Senat und Polizei legen Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vor
Zuerst die gute Nachricht: Die Zahl der Straftaten in Berlin ist im Jahr 2018 zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Laut der neuesten Kriminalitätsstatistik, die Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik vergangene Woche vorstellten, erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 511.677 Straftaten. Das waren 8.760 beziehungsweise 1,7 Prozent weniger als im Jahr 2017. Insgesamt stellte die Polizei rund 137.000 Verdächtige fest. Die Aufklärungsquote der bekanntgewordenen Taten lag bei 44,4 Prozent (2017: 44,2 Prozent).
Erfolgreiche Aktionen
Vor allem die Zahl der sogenannten Alltagsdelikte wie Einbrüche, Fahrrad-, Auto- und Taschendiebstähle ist 2018 gesunken. Die Polizei wertet das als Erfolg, auch weil im gleichen Zeitraum die Zahl der Einwohner weiter gestiegen ist. Geholfen hätten erfolgreiche Aktionen gegen internationale Diebesbanden. Mit 96,8 Prozent war die Aufklärungsquote bei Mord und Totschlag am höchsten und bei Taschendiebstahl am geringsten (4,8 Prozent). 81 Prozent der Fälle von Körperverletzung wurden aufgeklärt. In diesem Bereich stieg die Zahl der Fälle von 42.742 auf 43.340.
Gestiegen sind auch Fälle von Widerstand gegen Polizisten und Rettungskräfte. 6.959 Polizeivollzugskräfte wurden Opfer einer solchen Straftat, das waren 148 mehr als im Vorjahr. Die erhöhten Fallzahlen sind laut Geisel auch auf die Änderung der gesetzlichen Grundlage aus dem Jahr 2017 zurückzuführen. Die Zahl der Sexualdelikte stieg demnach auf 4.181 Fälle. Diese Steigerung sei größtenteils auf das neue Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung zurückzuführen. Zuvor waren sexuelle Belästigungen nicht als Sexualdelikt erfasst worden.
Zerstrittener Senat
Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität war das gesamte Fallaufkommen mit 4.203 Fällen gegenüber 2017 leicht rückläufig. Die Gewaltdelikte kletterten allerdings von 486 auf 578 Fälle. Rechtsextrem motivierte Straftaten sanken laut Statistik von 1.932 auf 1.766. Generell gilt: Die Statistik gibt keinerlei Auskunft darüber, wie viele der ermittelten Tatverdächtigen auch verurteilt wurden. Burkhard Dregger, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sieht in den aktuellen Zahlen und der Aufklärungsquote „keinen Grund zum Feiern“. Er kritisierte die Anstiege bei sexuellen Belästigungen, Kindesmissbrauch und Sexualdelikten.“
Datum: 7. März 2019. Text: Nils Michaelis. Bild: Thinkstock/iStock/Chalabala