Der Gropius Bau feiert sich am 23. und 24. März selbst
Vom 22. März bis 16. Juni lädt der Gropius Bau ein, die Bedeutung manueller Arbeitsprozesse und das Konzept von Handwerk in der zeitgenössischen Kunstszene Berlins zu erkunden. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Geschichte des Gropius Baus, der einst als Kunstgewerbemuseum und Lehrinstitution diente. „And Berlin Will Always Need You. Kunst, Handwerk und Konzept Made in Berlin“ ist eine zeitgenössische Ausstellung, die Berliner Künstler und ihre künstlerische Praxis vorstellt.
Während des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses im Jahr 2019 sind Kunst und Kunsthandwerk gleichberechtigt nebeneinander in einer Zusammenstellung bestehender und eigens für die Ausstellung entstandener Werke zu sehen. Beleuchtet werden traditionelle Produktionsmethoden, Ästhetik und Materialität sowie historische Artefakte und Gegenstände.
Neuartige Kombination
Der Gropius Bau selbst bildet den thematischen Ausgangspunkt der Ausstellung, die sich auf die historischen Anfänge des Gebäudes als Kunstgewerbemuseum und Stätte archäologischer und ethnologischer Sammlungen stützt. Das Gebäude wurde von den Architekten Heino Schmieden und Martin Gropius, dem Großonkel des Bauhausgründers Walter Gropius, geplant und 1881 als erstes Kunstgewerbemuseum mit angeschlossener Lehrinstitution eröffnet. Diese neuartige Kombination von Museum und Lehre entsprach den Vorstellungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der Moderne, welche die Kunstgewerbesammlung als Modell für zeitgenössisches Kunsthandwerk und Industriedesign vorsah.
Dynamische Kunstszene
Die Gruppenausstellung „And Berlin Will Always Need You“ thematisiert zentrale Aspekte künstlerischen Schaffens wie Urheberschaft, Arbeitsprozesse, Interpretation, Souveränität und Machtstrukturen. Diese Aspekte werden in Bezug auf Berlins dynamische zeitgenössische Kunstszene beleuchtet und so die Wahrnehmung von Kunst, Kunsthandwerk und ihrer Präsentation erweitert. Die Ausstellung zeigt Werke wie Olaf Holzapfels große, abstrakte Textilarbeiten aus handgesponnenen Naturfasern oder die handgefertigten Skulpturen aus Seilaufhängungen, Holz und Leder von Leonor Antunes.
Die Schau thematisiert die Entwicklung des Designs im 20. Jahrhundert ebenso wie die Handwerkskunst aus Berlin. Darauf aufbauend werden sowohl die industriellen als auch digitalen Spannungsfelder beleuchtet und die unglaubliche Vielfalt von künstlerischen Praktiken aufgezeigt, die heute in Berlin zu finden sind.
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Am 23. und 24. März gibt es was zu feiern: Für den Lichthof des Gropius Baus wird der freie Eintritt eingeführt, Restaurant und Buchhandlung präsentieren sich neu und Otobong Nkanga präsentiert sein Artist-in-Residence–Programm.
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Datum: 21. Februar 2018 Text: Manfred Wolf Bilder: David Díaz Medina, Mathias Völzke