Er ist eine richtige Schönheit, der Bergmolch. Mit seinem orangeroten Bauch und einer fast tropischen Farbenpracht zählt er zu den schillerndsten Amphibienarten. Vor allem zur Paarungszeit im Frühjahr bieten die blau gefärbten Männchen mit ihrem kontrastreichen Leopardenlook aus schwarzen Flecken auf silbrig-weiß-hellblauem Grund sowie vielen Punkten an Armen und Beinen einen prächtigen Anblick im Teich. Man würde gar nicht denken, dass er mit seiner leuchtenden Gestalt hier heimisch ist. Doch im Speckgürtel von Berlin, zum Beispiel im Naturpark Hoher Fläming ist er zu sichten. Hier ist er so beliebt, dass sogar ein Wanderweg, der Bergmolchweg, nach ihm benannt ist.

Unkompliziertes Tier

Auch wenn er nicht auf Bäume klettert, fühlt sich der Bergmolch im Wald am wohlsten. Seinen Namen trägt er dennoch zu recht. Denn hält er sich zwar typischerweise im waldreichen Mittelgebirge auf, kommt er auch in alpinen Gebieten in Höhen von über 2.400 Metern klar. Der Bergmolch ist wirklich unkompliziert und sehr anpassungsfähig. Tümpel, Teiche, wassergefüllte Fahrspuren oder Straßengräben – alles dient als Laichgewässer. Nur mit Fischen findet man ihn auf Dauer nicht in einem Revier, denn er steht auf der Speisekarte mancher Fischarten.

Eindruck machen

Die Weibchen sind eher unscheinbar

Im Frühjahr hat der Bergmolch es bezüglich Fortpflanzung sehr eilig. Sobald die Temperaturen stabil über fünf Grad Celsius liegen und die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist, greift der Bergmolch an. Balz und Fortpflanzung bei den nur sieben bis zwölf Zentimeter großen Amphibien sind übrigens eine komplizierte Angelegenheit. Zunächst folgt das Männchen dem Weibchen, versucht Eindruck zu machen und betört die Angebetete mit Duftstoffen. Nach weiterer Balz setzt das Männchen schließlich seinen Samen in einer Kapsel am Boden ab. Geführt vom Männchen kriecht das Weibchen über das Samenpaket und nimmt es auf.

Immer weniger Bergmolche

In der Roten Liste Deutschlands wird der Bergmolch derzeit als ungefährdet eingestuft, allerdings gilt auch für ihn wie für die meisten Amphibienarten, dass die Populationen schwinden und die Bestände zurückgehen. Durch seine plakative Färbung eignet sich der Lurch des Jahres 2019, ausgerufen von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT e.V.), ideal, um stellvertretend auf diese Amphibienrückgänge aufmerksam zu machen. Zu den wichtigsten Gefährdungsursachen gehören die Zerstörung und Beeinträchtigung von Kleingewässern durch Zuschütten oder der Eintrag von Umweltgiften und Dünger sowie die direkten Verluste wandernder Tiere durch den Straßenverkehr.

Datum: 19. Mai 2019, Text: Sara Klinke, Bilder: DGHT/Andreas Meyer (groß), Axel Kwet (klein)