Weihnachtsbaum, Geschenkpapier und Co.: Feiertage umweltfreundlich gestalten.
Alle Jahre wieder… sammeln sich in deutschen Haushalten haufenweise Geschenkpapier und Verpackungsmüll. Auch die Freude am Weihnachtsbaum ist nur für eine begrenzte Dauer. Pünktlich zum neuen Jahr landen die ausgedienten Tannen traditionell auf Berlins Gehwegen. Dabei lässt sich das Weihnachtsfest mit wenig Aufwand auch nachhaltig gestalten.
Nachhaltige Weihnachtsbäume
Das beginnt bereits beim Kauf des Weihnachtsbaums. 30 Millionen von ihnen werden jedes Jahr verkauft. Was wenige wissen: Die bei den Deutschen so beliebte Nordmanntanne ist in Deutschland gar nicht heimisch. Damit sie dennoch hierzulande wachsen kann, werden ihre Samen in Georgien gesammelt und von dort nach Deutschland transportiert. Immer mehr Berliner setzen hingegen auf regionale Weihnachtsbäume.
Auch umweltfreundliche Tannenbäume aus FSC-zertifizierten Wäldern, die also ohne den Einsatz von Pestiziden auskommen, sind beliebt. In Berlin gibt es laut der Aktionsgemeinschaft „Robin Wood“ aktuell 32 Verkaufsstellen, die Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft und aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen anbieten.
Tannen zum Mieten
Wer es noch nachhaltiger haben möchte, kann sich aber auch einen Weihnachtsbaum mieten. Zum Beispiel an den beiden Standorten des Landschaftsgärtners Andreas Frädrich an der Modersohnstraße und am Vorplatz der Biosphäre Potsdam. Dort, an der Georg-Hermann-Allee 99, stehen die Mietbäume bis zum 23. Dezember, 13 bis 18 Uhr, und Kurzentschlossenen sogar noch am 24. Dezember, 11 bis 13 Uhr, zur Verfügung. Die Idee, den Tannen auch über die Feiertage hinaus ein Leben zu ermöglich, hat Frädrich vor fünf Jahren in ein Unternehmen umgesetzt.
Vermietet werden die Bäume für bis zu acht Wochen und für 25 bis 100 Euro – je nach Modell und Größe. „Dazu geben wir eine Pflegeanleitung mit, was man alles beachten muss, damit der Baum gut über den Winter kommt“, so Frädrich. Im Anschluss gehen die Bäume zurück an den Vermieter. Werden sie zu groß, werden sie ausgepflanzt, ansonsten im folgenden Jahr erneut vermietet.
Die Bäume stammen aus dem Norden, genauer gesagt aus Schleswig-Holstein und Dänemark, wo Frädrich sie aufzieht, bis sie groß genug sind, um verliehen zu werden. Und die Bäume erfreuen sich bei Berlinern und Brandenburgern wachsender Beliebtheit. „Die Anfrage nach Miet-Weihnachtsbäumen steigt definitiv“, erzählt Frädrich.
Nachhaltig und günstig
Steht der umweltfreundliche Weihnachtsbaum einmal im heimischen Wohnzimmer, geht es an die Dekoration des Tannengrüns. Statt Lametta und beschichteter Christbaumkugeln können umweltfreundliche Materialien zum Einsatz kommen. Aus Nüssen, Tannenzapfen und Holz lässt sich schöne Weihnachtsbaumdeko basteln. Getrocknete Scheiben von Orangen, Zimtstangen und Nüsse können außerdem als Tischdeko eingesetzt werden.
Alternativen zum Geschenkpapier
Wer zudem in diesem Jahr beim Geschenkpapier auf Nachhaltigkeit statt Papierflut setzen möchte, kann etwa Packpapier oder ausgediente Wandkalender als Verpackungsmaterial nutzen. Ebenso eignen sich Bienenwachstücher, Servietten oder kleine Stoffbeutel als Geschenkverpackungen der umweltfreundlichen Art.
Unser persönlicher Tipp: Auch das Berliner Abendblatt, das jeden Mittwoch bei Ihnen im Briefkasten landet, können Sie – wenn durchgelesen – als besonderes Geschenkpapier mit Nachrichtenwert verwenden.
Text: Katja Reichgardt