Betreiber kündigt dem Discounter – hitzige Debatte entbrannt.
Dem Aldi-Markt in der Markthalle Neun an der Kreuzberger Eisenbahnstraße wurde jetzt von den Betreibern der Halle gekündigt. Zum 31. Juli muss der Discounter die Halle räumen. Neu einziehen wird dafür ein dm-Drogeriemarkt. Diese Entscheidung hat unter Nachbarn und Anwohnern in der vergangenen Woche eine Welle der Empörung losgetreten.
Der allgemeine Vorwurf lautet, die Markthalle Neun würde mit der Kündigung des Aldi-Marktes eine große Kundengruppe aus der Halle verdrängen. „Keiner kann sich die Lebensmittel in der Markthalle leisten“, kritisiert eine Anwohnerin. „Wir sind sicher, dass es nicht so kommen wird“, sagt Bernd Maier vom Betreiberteam. Verfolgt werde weiterhin das Ziel, die Halle nach und nach wieder als Plattform für kleinbäuerliche und handwerklich hergestellte Produkte zu etablieren. Mit diesem Konzept seien die Betreiber im Jahr 2011 angetreten.
Nun ist aber auch dm ein großer Konzern, wie passt das zusammen? Zwar sei dm ein Riesenunternehmen, sagt Bernd Maier, jedoch unterscheide sich dessen Philosophie deutlich von jener großer Discounter. dm werde laut Maier wieder ein für alle leistbares Basisangebot in die Halle bringen und damit zu einer Durchmischung der Kundschaft beitragen. Außerdem seien Obst und Gemüse – wenn in Saison – in der Markthalle sogar günstiger als im Discounter.
„Wir liefern Hilfe und Ratschläge zum günstigen Kochen“, teilen die Betreiber in einem offenen Brief an die Nachbarn mit. „Halle für alle“ bedeute zudem, dass es für alle funktionieren und sich rechnen muss: Für die Kunden, aber auch für die Händler und Produzenten, die hinter den Lebensmitteln stehen. Das sei bei einer Laugenbrezel für 29 Cent einfach nicht machbar.
Datum: 14. März 2019, Text: Sara Klinke, Bild: Stefan Bartylla