Zerbst ist künftig Haupt-Produktionsstandort für «Eberswalder».
Zerbst ist künftig Haupt-Produktionsstandort für «Eberswalder». Foto: Heiko Rebsch/dpa

Zerbst (dpa) – Nach der Werkschließung in Brandenburg liegt der Hauptproduktionsstandort der Wurstmarke «Eberswalder» künftig in Zerbst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. «Eberswalder»-Produkte würden bereits am Standort der Anhalter Fleischwaren GmbH hergestellt, die Produktion dort solle an Bedeutung gewinnen, teilte das Unternehmen mit. Mit fast 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beliefere das Werk den Lebensmitteleinzelhandel sowie Discounter mit Markenprodukten und Eigenmarken. «Eine ostdeutsche Marke bleibt unverändert in Ostdeutschland», hieß es. 

In Zerbst würden seit mehr als 100 Jahren Fleisch- und Wurstwaren hergestellt. Den Fokus habe man dort schon immer auf traditionelle handwerkliche Rezepturen gerichtet.


Traditionsreiche Ost-Marke

«Seit fast 50 Jahren kennen ostdeutsche Verbraucherinnen und Verbraucher unsere Wurst und verbinden damit Vertrautheit, Heimat und bodenständige Qualität», erklärte Geschäftsführer Sebastian Kühn. Jedes dritte Marken-Würstchen in Ostdeutschland komme von «Eberswalder». 

Den Angaben zufolge sollen in Zerbst in Zukunft ein Großteil der rund 300 Artikel produziert werden. Hinzu kämen zwei weitere ostdeutsche Werke in Suhl und Chemnitz, in denen «Eberswalder»-Produkte hergestellt würden. Einzelne Produkte würden in Verpackungsvarianten in Glas und Dose in Norddeutschland produziert. In der Summe kämen 95 Prozent der «Eberswalder»-Produkte aus ostdeutschen Werken.

Wurstfabrik bei Eberswalde war geschlossen worden

Anfang des Jahres war nach fast 50 Jahren die Wurstfabrik im brandenburgischen Britz bei Eberswalde nordöstlich von Berlin geschlossen worden. Dort arbeiteten 500 Beschäftigte. Das Unternehmen, das zur Zur-Mühlen-Gruppe und damit zum Fleischriesen Tönnies aus Nordrhein-Westfalen gehört, nannte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Grund für die Schließung. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten NGG beklagte, es werde eine «rücksichtslose Rendite- und Marktbereinigungspolitik» betrieben. Der deutsche Fleischmarkt wird von wenigen großen Unternehmen geprägt.