Grünheide (dpa/bb) – Mit dem neuen Bahnhof Fangschleuse startet am heutigen Samstag eines der prestigeträchtigsten Infrastrukturvorhaben Brandenburgs in den Betrieb. Der alte Bahnhof wurde bereits vor wenigen Tagen geschlossen, nun öffnet der neue Bahnhof rund zwei Kilometer weiter westlich und somit deutlich näher am Tesla-Werk. Dann sollten die Züge der Linie RE1 dort halten, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Insgesamt 16.000 Reisende werden täglich erwartet.
Bahnhof wurde versetzt
Der neue Bahnhof wird voraussichtlich hunderte der Arbeiter täglich abfertigen, die – aus Berlin kommend – einen kürzeren Arbeitsweg haben dürften. Ob es sich bei dem erwarteten Verkehr «um Beschäftigte von Tesla handelt, kann die Deutsche Bahn nicht sagen», sagte der Sprecher. Die Dimensionierung der neuen Station sei in Abstimmung mit dem Land Brandenburg erfolgt.
Sicher sei Tesla einer dieser Faktoren. «In diese Entscheidungsfindung sind alle erkennbaren Entwicklungen im örtlichen Umfeld eingeflossen», so der Sprecher. Die geschlossene «alte» Station sei in der Vergangenheit sehr stark belastet gewesen. Im neuen Bahnhof können auch längere Züge halten. Zunächst wird der RE1 einmal pro Stunde halten. Ab dem 25. August soll Fangschleuse dann zweimal pro Stunde bedient werden.
«Es ist natürlich noch eine Baustelle», hatte Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) vor Eröffnung im Rbb-Inforadio gesagt. «Es wird ein paar Schwierigkeiten geben.» Zudem soll die neue Landesstraße L386, die den Bahnhof mit der Autobahnauffahrt Freienbrink-Nord verbinden soll, voraussichtlich 2027 fertig werden. Provisorische Routen werden bis dahin genutzt. «Tesla ist auch darauf eingestellt.»
Zu dem Bahnhof führt ein bereits vor Kurzem fertiggestellter Geh- und Radweg zwischen dem Bahnhof Fangschleuse und der Gemeinde Grünheide. Die neue Verbindung verbessere «die Erreichbarkeit des neuen Bahnhofs für den Berufs- und Schulverkehr», hieß es vom Verkehrsministerium.
Arbeiten für Güterverkehr laufen weiter
Unterdessen werden die Bauarbeiten am Bahnhof für den Güterverkehr weitergeführt. «Durch diese entstehen unter anderem Überholmöglichkeiten für Güterzüge.» Außerdem werden sie für Ein- und Ausfahrten in das Gewerbegebiet Freienbrink genutzt, erklärte der Sprecher. In diesem Gewerbegebiet befindet sich auch die Tesla-Fabrik. «Denn durch die Entwicklungen an diesem Industriestandort erhöht sich zukünftig der Güterverkehr.» So könnten laut Sprecher bald bis zu 2.400 Lkw-Fahrten täglich von der Straße auf die Schiene verlagert werden.
Das Unternehmen kündigte im April an, die Produktion angesichts der gestiegenen Nachfrage deutlich auszuweiten. In einer ersten Phase sollen 1.000 neue Mitarbeiter hinzukommen, um die Zahl der Fahrzeuge um ein Fünftel auf 6.200 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. Ab Oktober soll damit begonnen werden, das Produktionsvolumen um ein weiteres Fünftel auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche hochzufahren. Dafür sollen weitere 1.000 Mitarbeiter neu eingestellt werden.

