
Potsdam (dpa/bb) – Die Europäische Wildkatze breitet sich in Brandenburg immer weiter aus. Nun wurde die seltene und streng geschützte Art auch erstmals wieder im Naturpark Dahme-Heideseen nachgewiesen, wie das Landesamt für Umwelt mitteilte. Demnach wurden im Frühjahr Haare gesichert. Jetzt bestätigte eine genetische Untersuchung im Labor die Artzugehörigkeit.
Seit 2022 wird im Naturpark in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree untersucht, ob die Europäische Wildkatze in dem Gebiet vorkommt. Dabei kommen Lockstäbe zum Einsatz, die mit Baldrian präpariert sind. Die Tiere reagieren auf den Duft, reiben sich an den angerauten Hölzern und hinterlassen dabei Haare. Neben dem genetischen Fund gibt es den Angaben zufolge auch einen Videonachweis eines Jägers.
Nachweis auch in der Prignitz
Aufgrund der beiden Nachweise wird das Monitoring im kommenden Jahr fortgesetzt. Die Europäische Wildkatze galt in Brandenburg lange als ausgestorben. Nun kehrt sie aus westlicher Richtung in das Land zurück. Anfang des Jahres wurde bereits ein Tier im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg in der Prignitz nachgewiesen.
Der Naturpark Dahme-Heideseen bietet der Wildkatze ausreichend Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Die starke Zersiedelung der Landschaft ist für die Tiere das größte Problem. Auch der Straßenverkehr zählt zu den häufigsten Todesursachen. Wildkatzen können leicht mit Hauskatzen verwechselt werden. Hinzu kommt eine hohe Jungensterblichkeit: Nur etwa jedes vierte Jungtier erreicht das Erwachsenenalter.
