
Jüterbog (dpa/bb) – Auf ehemaligen Truppenübungsplätzen ist eine direkte Bekämpfung von Waldbränden oft zu gefährlich, daher kommt es auf vorbeugenden Waldbrandschutz an. Wichtig sind spezielle Schutzstreifen, die angelegt werden, und schnell verfügbare Löschwasserbrunnen.
Wildnisgebiet mit seltenen Arten
Der Truppenübungsplatz «Altes Lager» bei Jüterbog, auf dem seit Freitag ein Brand lodert, ist ein Naturschutzgebiet. Es wird auch als Wildnisgebiet bezeichnet. Auf forstliche Nutzung wird dort verzichtet.
In Brandenburg betreut die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg das ehemalige Militärgelände, auf dem sich die Natur seit dem Abzug der sowjetischen Armee Anfang der 1990er Jahre ungestört entwickeln soll.
Die Gesamtfläche des ehemaligen Truppenübungsplatzes Jüterbog umfasst laut Stiftung 9.300 Hektar. Neben Wald gibt es dort Heide und Sanddünen sowie seltene Arten wie Fischotter, Bechsteinfledermaus und Wiedehopf.
Schutzstreifen als Feuerbarriere angelegt
Wegen der Gefahr durch im Boden liegende Altlasten wurde dort ein Netz sogenannter Waldbrandschutzschneisen angelegt. Diese 10 bis 50 Meter breiten, entmunitionierten und regelmäßig freigehaltenen Korridore dienen als Barrieren, um die Ausbreitung von Feuer zu verhindern, wie die Stiftung Naturlandschaften erklärt.
Dabei sollen Streifen aus Sand – sogenannte Wundstreifen – dazu führen, dass ein Feuer «auslaufen» kann. Sie müssen von Bewuchs und anderem brennbarem Material befreit sein. Außerdem sind für die Feuerwehren befahrbare Wege angelegt und Löschwasserstellen in den Gebieten verteilt.