Blick in die Stadtkirche Augustusburg mit der Jehmlich-Orgel.
Blick in die Stadtkirche Augustusburg mit der Jehmlich-Orgel. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Augustusburg (dpa) – Mit einer besonderen Orgelinstallation schickt sich die Stadtkirche Augustusburg in Sachsen an, neue Maßstäbe für Orgelkonzerte zu setzen. Für rund 1,3 Millionen Euro wurde nicht nur die historische Jehmlich-Orgel in ihrem ursprünglichen Klang wiederhergestellt und erweitert. Sie wurde auch durch fünf weitere, in der Kirche verteilte Orgelwerke ergänzt, die alle zentral von einem Spieltisch angesteuert werden, wie Organist Pascal Kaufmann erläutert. «So haben Sie Orgel noch nie gehört.» Das Projekt trägt den Namen «360 Grad-Klangwelt».

Sachsens Staatsregierung spricht von einem europaweit einmaligen Orgelprojekt. Umgesetzt wurde es von der Orgelbauwerkstatt Alexander Schuke aus Brandenburg. Die neuen Orgelwerke könne man nicht nur hören, sondern auch sehen und fühlen, betont Kaufmann. So sind im Emporenboden 43 große Basspfeifen verbaut. Der Organist spricht von einem «Vulkanbass», der die Emporen der Kirche vibrieren lasse. Und es gibt viele weitere Raffinessen: etwa ein Akkordeon-Register, ein Marimbafon, Röhrenglocken und acht Vogelstimmen von Uhu und Nachtigall bis zum Grünspecht. 


Mehr als 1.000 Spender ermöglichen neue Orgel-Klangwelt

Zusammen mit seinem Bruder Markus, Kantor der Leipziger Nikolaikirche, ist Pascal Kaufmann regelmäßig auch als Konzertduo unterwegs. Dabei habe er an verschiedenen Orten über viele Jahre hinweg Ideen für das Projekt sammeln können, erzählt er zu dessen Entstehungsgeschichte. Umgesetzt wurde es mit Fördermitteln, aber auch der Unterstützung von mehr als 1.000 Spendern. 

Geweiht wird die neue Orgel mit einem Festgottesdienst und einem Konzert am 26. September in Augustusburg bei Chemnitz. Dann ist nicht nur Johann Sebastian Bachs berühmte Toccata und Fuge d-Moll in 360-Grad-Klang zu erleben. Auch Mozarts Ouvertüre zur Oper «Die Hochzeit des Figaro» und Smetanas «Die Moldau» erklingen. 

Das Konzert ist ausverkauft. Wer kein Ticket ergattert hat, kann die neue Orgel-Klangwelt aber schon am darauffolgenden Tag (27. September) bei freiem Eintritt in fünf Konzerten mit wechselnden Programmen erleben.