
Berlin (dpa/bb) – Die zweite Tarifrunde bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hat keine Einigung gebracht. «Die Forderungen der Gewerkschaft sind in dieser Größenordnung nicht finanzierbar und sprengen sowohl den Rahmen einer Manteltarifrunde als auch jegliche finanzielle Möglichkeiten des Unternehmens», teilte die Arbeitgeberseite am Nachmittag mit. «Die BVG will verhandeln und konstruktiv an Verbesserungen arbeiten, auf realistischer Basis», betonte Personalchefin Jenny Zeller-Grothe.
Verdi äußerte sich zunächst nicht zum Stand der Verhandlungen. Arbeitskämpfe kündigte die Gewerkschaft bislang nicht an. Möglich sind Warnstreiks im Berliner Nahverkehr aber jederzeit.
Verdi verhandelt derzeit in allen Bundesländern parallel mit den Verkehrsunternehmen über neue Tarife. In Berlin geht es dabei allerdings nicht um mehr Geld. Hier wird der sogenannte Manteltarifvertrag neu verhandelt, der die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten regelt.
Verdi fordert unter anderem mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Auch um die Wochenarbeitszeit geht es in den Verhandlungen. Was Verdi diesbezüglich konkret fordert, lässt die Gewerkschaft bisher aber offen. Die BVG wiederum gab an, Verdi wolle eine 35-Stunden-Woche durchsetzen.
Insgesamt würden die Forderungen der Gewerkschaft sich auf rund 150 Millionen Personalkosten im Jahr belaufen, hieß es von den Arbeitgebern.
