
Berlin (dpa/bb) – Schon wieder muss ein Gebäude der Technischen Universität Berlin wegen Mängeln schließen. Das Gebäude Bergbau- und Hüttenwesen (BH-N) am Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg könne ab sofort nicht mehr genutzt werden, teilte TU-Präsidentin Fatma Deniz den Universitätsmitgliedern in einer Mail mit. Die Nachricht von Freitag liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Die Uni veröffentlichte auch eine Mitteilung auf ihrer Website. In dem Gebäude befinden sich laut Website fünf Hörsäle sowie zahlreiche Seminarräume.
«Hintergrund ist die im Gebäude installierte Sprühnebel-Löschanlage, die von externen Gutachtern im Rahmen einer aktuellen Prüfung als derzeit nicht betriebsfähig eingestuft wurde», erklärte Deniz, die erst seit wenigen Wochen im Amt ist. «Ohne eine funktionierende Löschanlage ist der erforderliche Brandschutz im Gebäude nicht gewährleistet.» Die TU-Mitglieder, die in dem Gebäude arbeiteten, forschten und lehrten, seien am Freitag in einer Informationsveranstaltung informiert worden.
Senatorin: Bisher keine technische Lösung
Berlins Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) zeigte sich wenig überrascht: «Das Problem der eingeschränkten Funktion beziehungsweise Funktionsunfähigkeit der leider in Serie verbauten Anlage beschäftigt uns schon länger, ohne dass bislang eine technische Lösung gefunden worden wäre», teilte sie dem «Tagesspiegel» mit. Eine Taskforce stehe im Austausch mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf prüfte laut dem Bericht mehrere Hochschulgebäude. «Wir haben aber keine Nutzungsuntersagung ausgesprochen», sagte Stadtrat Christoph Brzezinski (CDU) dem «Tagesspiegel» mit Blick auf das Gebäude Bergbau-Hüttenwesen.
Uni möchte Teile des Gebäudes schnell wieder öffnen
«Wir arbeiten mit hoher Priorität daran, eine Teilöffnung des Gebäudes zu ermöglichen», sagte die Präsidentin. Die TU habe ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das in Kürze der zuständigen Bauaufsicht des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf zur Abstimmung vorgelegt werden solle. «Parallel dazu werden die damit verbundenen organisatorischen und finanziellen Auswirkungen geprüft.» In den kommenden Tagen solle es weitere Informationen geben. «Wir wissen, dass die derzeitigen Einschränkungen für viele Betroffene mit erheblichen Belastungen verbunden sind», sagte Deniz.
Das BH-N ist bereits das dritte Gebäude, das innerhalb weniger Wochen schließen muss. Am 9. Mai wurde das Hauptgebäude der Uni wegen Baumängeln geschlossen. Die Universitätsbibliothek der TU und der Universität der Künste Berlin musste zwischen dem 5. und 11. Juni für Reparaturarbeiten schließen.