Saftig grün und schön gewachsen soll er sein – der Baum zum Fest. (Archivbild)
Saftig grün und schön gewachsen soll er sein – der Baum zum Fest. (Archivbild) Foto: Patrick Pleul/dpa

Werder/Havel/Potsdam (dpa/bb) – Bald hat er seinen großen Auftritt: der Weihnachtsbaum. In Brandenburg ist die Saison für Nordmanntannen und Fichten schon gestartet – mit dem ersten Schlagen auf dem Werderaner Tannenhof. An Verkaufsständen dürften Weihnachtsbäume aber erst in einigen Wochen zu haben sein.

Die Brandenburger Betriebe berichten derzeit von einer spürbar stärkeren Nachfrage, wie der Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, Christoph Tröster, sagte. Dies hänge auch mit Lieferproblemen in Dänemark zusammen, die verschiedene Ursachen hätten. Händler fragten nun verstärkt bei regionalen Erzeugern an.


In Deutschland verkaufte Weihnachtsbäume kommen seit langem auch aus Dänemark.

«Wir haben eine gute Auftragslage», sagte der Geschäftsführer des Werderaner Tannenhofs, Christian Mai, der früh in die Saison startete. Der Baum fürs Fest kann auf seiner Plantage bis 23. Dezember selbst geschlagen werden. Andere Betriebe in Brandenburg beginnen das Weihnachtsbaum-Geschäft etwas später.

Wie entwickeln sich die Preise?

Der Baum wird in diesem Jahr etwas teurer, wie mehrere Verbände ankündigten. Das Angebot werde insgesamt knapper, Logistik- und Lohnkosten stiegen.

Die Preisspanne für die regional erzeugte Nordmanntanne dürfte laut Verbänden um die 25 bis 33 Euro je Meter liegen. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren kostete die Tanne um die 18 bis 23 Euro pro Meter. 

Der Werderaner Tannenhof mit einer 60 Hektar großen Plantage verlangt am Verkaufsstand für eine 1,75 Meter große Nordmanntanne «in der Premiumqualität» 49,90 Euro – im Vorjahr waren es 46 Euro. Fichten kosten stets weniger.

Die Nordmanntanne ist am beliebtesten – warum?

Die Tanne wachse schön, sei robust und wetterbeständig, erklärte Weihnachtsbaum-Erzeuger Mai. «Sie hat auch keine piksenden Nadeln, so dass der Transport und das Schmücken unkompliziert möglich ist.» Und: «Die Tanne nadelt erst spät.» Wenn der Baum trocken werde, harzten die Nadeln an den Zweigen ein wenig, so dass sie nicht so schnell zu Boden rieselten. Die Nordmanntanne stammt laut Gartenbauverband aus dem Kaukasus und ist nach dem finnischen Naturforscher Alexander von Nordmann benannt.

Welche Unterschiede zwischen Tanne und Fichte gibt es?

Die heimische Rotfichte hat spitzere und stechende Nadeln, die sie im warmen Wohnzimmer früher verliert als eine Tanne, wie Tröster sagte. Die Fichte sei auch günstiger, weil sie schneller wachse – zulasten der Optik, weil das Nadelkleid nicht so dicht sei, sagte Mai. Aber die Fichte dufte dafür intensiv.

Wie alt sind Weihnachtstannen?

Eine Nordmanntanne ist etwa zehn Jahre alt, wenn sie fürs Fest gesägt wird. «Wir pflanzen den jungen Baum, wenn er drei Jahre alt ist», sagte Mai. Dann wachse er etwa sieben Jahre auf der Plantage. 

Wenn vor der Ernte noch mal viel Regen falle, saugen sich die Bäume voll und halten länger, wie der Experte Mai sagte. Kunden, die ihren Baum schon Wochen vor dem Fest besorgen, sollten ihn kühl lagern, auch mal frisch anschneiden und ins Wasser stellen. 

Leiden die Bäume unter dem Klimawandel? 

Der heiße Sommer hat laut Gartenbauverband auf einzelnen Flächen zu Totalausfällen bei jungen Bäumen geführt. «Gerade auf Flächen, auf denen bislang keine Bewässerung nötig war, fehlt dafür teilweise die Infrastruktur.» Für die Betriebe stelle sich deshalb die Frage, auf welchen Flächen sie künftig bewässern könnten und welche Arten mit Hitze und Trockenheit je nach Standort besser zurechtkämen. 

Tannenhof-Chef Mai sagte zum Thema Klimawandel: «Wir werden deshalb nicht auf Kunstbäume umstellen, aber behalten im Auge, wie sich das langfristig entwickelt.» Er ist überzeugt, die Nordmanntanne kommt dank ihres tiefen Pfahlwurzelsystems besser mit den Folgen des Klimawandels zurecht als andere Nadelbäume.