Der Betreiber Stromnetz Berlin sieht sich in Sachen Sicherheit des Stromnetzes inzwischen besser aufgestellt. (Archivbild)
Der Betreiber Stromnetz Berlin sieht sich in Sachen Sicherheit des Stromnetzes inzwischen besser aufgestellt. (Archivbild) Foto: Michael Ukas/dpa

Berlin (dpa/bb) – Rund einen Monat nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten hat der Betreiber Stromnetz Berlin eigenen Angaben zufolge bei der Sicherheit deutlich aufgerüstet. «Das Thema Sicherheit war nicht so in der DNA eines Netzbetreibers, die kommt jetzt rein», sagte Geschäftsführer Erik Landeck dem RBB-Inforadio. Die Stromversorgung war infolge eines mutmaßlichen Brandanschlags auf eine Kabelbrücke über Tage unterbrochen. Rund 45.000 Haushalte waren ohne Strom. 

Diese Kabelbrücke werde inzwischen rund um die Uhr von Sicherheitskräften und auch mit Videokameras überwacht. Auch weitere neuralgische Punkte im Netz würden inzwischen durchgehend bewacht, betonte Landeck. Inzwischen seien fünfmal so viele Kameras und fünfmal so viele Sicherheitskräfte im Einsatz wie im vergangenen Jahr.


Forderung nach Pool von Netzersatzgeräten

Landeck sieht gleichwohl noch erheblichen Nachholbedarf, insbesondere bei der Versorgung mit Notstromaggregaten. «Wir haben in diesem Fall gelernt, dass die Notstromaggregate, die eingesetzt worden sind, echt einen Unterschied gemacht haben», sagte er. In der Spitze seien während des Ausfalls 46 dieser sogenannten Netzersatzgeräte im Einsatz gewesen, die fast 10.000 Haushalte angebunden hätten. Dadurch hätten auch kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime schnell wieder versorgt werden können. 

«Wir werden als Stromnetz Berlin zusätzliche Netzersatzanlagen beschaffen», kündigte Landeck an. «Wir werden aber auch mit unseren befreundeten Netzbetreibern im Umland dafür sorgen, dass wir einen Pool aufbauen und gegenseitig Hilfe leisten können.» Auch innerhalb der Stadt müssten sich die verschiedenen Institutionen mit weiteren Anlagen selbst ausstatten.