
Dresden (dpa) – Dynamo Dresden kann zum Heimspielauftakt in der 2. Bundesliga auf ein volles Haus hoffen. Der Verein war mit einer Klage beim Ständigen Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen ein Urteil des DFB-Bundesgerichts erfolgreich. Somit kann der Club im Spiel gegen Darmstadt 98 am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) die Blöcke K1 bis K5 öffnen, wie Dynamo mitteilte.
Nach schweren Vorfällen im Heimspiel gegen Hertha BSC am 4. April hatte das DFB-Sportgericht beide Vereine mit hohen Geldstrafen belegt und Dresden noch mit einem Teilausschluss der Zuschauer in zwei Heimspielen belegt. Die zweite Partie wurde dabei zur Bewährung bis Sommer 2027 ausgesetzt.
«Der Gang vor das Ständige Schiedsgericht ist ein legitimer Schritt von Dynamo Dresden», sagt Thomas Bergmann, DFB-Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten. «Mit der auf Vorschlag des Vorsitzenden des Ständigen Schiedsgerichts getroffenen Vereinbarung haben beide Parteien eine sachgerechte Regelung für die Dauer des Schiedsverfahrens gefunden. Nun gilt es, die unabhängige Entscheidung des Ständigen Schiedsgerichts abzuwarten.»
Der weitere Verlauf des Verfahrens
Dresden hat zwei Wochen Zeit, die Einlegung der Schiedsklage zu begründen und wie der DFB auch jeweils einen Schiedsrichter zu benennen. Anschließend wird das Ständige Schiedsgericht unabhängig entscheiden. Dresden sah den Teilausschluss der rund 9.500 Zuschauer als Kollektivstrafe an und hatte dagegen Einspruch erhoben.
Sollte die Schiedsklage dann vollständig oder teilweise zurückgewiesen werden, wird Dresden das Urteil des DFB-Sportgerichts vom 5. Juni 2026 annehmen. Der Teilausschluss der Zuschauer würde dann das auf den Zeitpunkt des Urteils folgende Heimspiel betreffen. Dynamo kann aber trotz der Anerkennung des Urteils weitere Rechtsmittel einlegen.
Mindestens 17 Personen verletzt
Beim Spiel gegen die Berliner in der vergangenen Saison wurden im Dresdner Zuschauerblock insgesamt 27 pyrotechnische Gegenstände entzündet. Nachdem es zuvor zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine sowie Mitarbeitern des Sicherheits- und Ordnungsdienstes gekommen war, überstiegen mindestens 77 Dresdner Anhänger aus dem Bereich des K-Blocks die Begrenzung zum Innenraum und rannten über das Spielfeld in Richtung des Gästeblocks.
Dabei wurden gezielt bengalische Feuer und Feuerwerksraketen auf Berliner Anhänger sowie in Richtung des Gästeblocks abgefeuert. Das Spiel musste für 19 Minuten unterbrochen werden. Insgesamt wurden mindestens 17 Personen verletzt.