Die Wirtschaftsstrafkammer hat langjährige Haftstrafen verhängt wegen der Hinterziehung von vielen Millionen Steuern. (Symbolbild)
Die Wirtschaftsstrafkammer hat langjährige Haftstrafen verhängt wegen der Hinterziehung von vielen Millionen Steuern. (Symbolbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa/bb) – Wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe sind drei Männer in Berlin zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Nach Überzeugung des Landgerichts Berlin haben sie mit Hilfe eines weit verzweigten Betrugssystems Umsatzsteuern hinterzogen, wie eine Sprecherin mitteilte. Im Fall eines 68-Jährigen und eines 49-Jährigen entstand laut Urteil ein Steuerschaden von rund 51 Millionen Euro, im Fall des dritten Mannes geht es um etwa 23 Millionen Euro. Das Gericht sprach von «mafiösen Strukturen». 

Es verurteilte den 68-Jährigen zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sieben Monaten. Die Mittäter erhielten vier Jahre beziehungsweise vier Jahre und neun Monate. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Weil das Verfahren sehr lange dauerte, gelten nach Gerichtsangaben jeweils fünf Monate Haft als vollstreckt. 


Mehrere Bandenmitglieder bereits verurteilt

Nach Überzeugung der Wirtschaftsstrafkammer war das Trio in den Jahren 2011 bis 2014 in ein Betrugssystem verstrickt im Bereich des Handels mit Kupferkathoden, die in vielen elektrischen und technischen Geräten eingesetzt werden. Dafür schlossen sich laut Justiz mehrere Männer zu einer Bande zusammen, von denen viele bereits rechtskräftig zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden sind. 

Die Kathoden wurden nach den Ermittlungen von Hintermännern insbesondere von Serbien oder über das Zolllager im Hafen von Rotterdam zunächst nach Deutschland geliefert. Im Rahmen eines Hinterziehungssystems wurden sie dann von in Berlin ansässigen Unternehmen aufgekauft und weiterverkauft. Die nun verurteilten Männer sollen die Teile zu verbilligten Marktpreisen bekommen und anschließend zu höheren Preisen weiterverkauft haben – bei der Steuer aber andere Angaben gemacht haben.