Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach bei der Eröffnungsfeier der 90. Ausgabe der Internationalen Grünen Woche. (Archivbild)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach bei der Eröffnungsfeier der 90. Ausgabe der Internationalen Grünen Woche. (Archivbild) Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin (dpa) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor der deutschen Agrarbranche in Berlin das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen der EU und lateinamerikanischen Staaten verteidigt. «Mir ist klar, dass manche Landwirte in Deutschland – obwohl 25 Jahre mit den Südamerikanern verhandelt worden ist – noch skeptisch sind», sagte er bei der Eröffnungsfeier der Grünen Woche. 

«Trotzdem bin ich angesichts der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen unserer Zeit überzeugt: Gerade jetzt brauchen wir neue Allianzen, neue Partner in dieser Welt voller Umbrüche und Veränderungen.» Angesichts der immer schwieriger werdender internationaler Kooperationen sei es umso wichtiger, dass Europäer auch in Zukunft stark und geeint aufträten und die Zusammenarbeit in der Landwirtschaft auch im internationalen Rahmen aktiv mitgestalteten. Auch deshalb sei Mercosur so wichtig. 


Die EU hatte vor knapp einer Woche den Weg freigemacht für eine riesige EU-Freihandelszone mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Bei einer Sitzung von Vertretern der 27 EU-Länder stimmten in Brüssel ausreichend viele Teilnehmer dem Abschluss des Deals zu. Die Unterzeichnung soll an diesen Tagen in Paraguay erfolgen.

Müssen alles dafür tun, dramatischere Klimafolgen zu vermeiden

Steinmeier warnte in seiner Rede auch vor den Folgen der Klimakrise. «Schon jetzt erleben wir auch in Deutschland, dass immer häufiger Starkregen vom Himmel stürzt, uns Hitzewellen überrollen, Dürreperioden sich häufen, Flüsse austrocknen, Wälder brennen fast jedes Jahr regelmäßig», betonte er. Es müsse alles dafür getan werden, noch dramatischere Folgen zu vermeiden und die Dynamik des Klimawandels zu reduzieren. «Land- und Forstwirtschaft sind dabei notwendig, manchmal Treiber, manchmal Getriebene.» Sie bekämen die Folgen besonders früh und besonders deutlich zu spüren. «Schon allein deshalb ist es ein Gebot der Vernunft, entsprechend zu handeln.»

Die 90. Internationale Grüne Woche öffnet am Freitag die Tore auf dem Berliner Messegelände. Rund 325.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Etwa 1.600 Aussteller zeigen Agrar-Spezialitäten aus den deutschen Regionen und rund 50 Ländern. Die Grüne Woche feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Zum ersten Mal fand die Agrarschau im Februar 1926 statt. Partnerland in diesem Jahr ist das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.