Nach Angaben ihres Managements hat die Band zwei Millionen physische Tonträger verkauft, ohne Stream oder Download. (Archivbild)
Nach Angaben ihres Managements hat die Band zwei Millionen physische Tonträger verkauft, ohne Stream oder Download. (Archivbild) Foto: Daniel Karmann/dpa

Berlin (dpa) – Ihr Soundtrack zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 «54, 74, 90, 2006» war ein Riesenerfolg. Inzwischen hat die Band Sportfreunde Stiller jedoch mit dem Fußball abgeschlossen – zumindest musikalisch. «Fußball ist immer ein Thema bei uns, wir sind einfach Fußball-Nerds und werden ihn immer lieben. Nur, was wir künstlerisch dazu gemacht haben, ist Geschichte», sagte Schlagzeuger Florian Weber in einem Interview mit dem «Tagesspiegel» und ergänzt: «Wobei – auf der letzten Platte haben wir Ibrahimović immerhin als Metapher reingenommen.» Zlatan Ibrahimović ist ein schwedischer ehemaliger Fußballprofi.

Die Sportfreunde Stiller sind eine bayerische Rockband aus Germering bei München. Dieses Jahr feiern sie ihr 30-jähriges Bandjubiläum und sind unter dem Motto «30 wunderbaren Jahren» auf Tour. Während der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland waren die drei Musiker fast so berühmt wie die Mannschaft um Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Co.


Ihren größten Hit spielt die Band kaum noch

Inzwischen spielten sie das Lied «54, 74, 90, 2006» bei Konzerten kaum noch, erzählt Sänger und Gitarrist Peter Brugger im Gespräch mit der Zeitung. Es fehle aber überhaupt nicht. «Es wäre bitter, wenn es das einzige Lied wäre, das uns ausmacht. Aber wir sind nicht davon abhängig. Wir haben viele Lieder, die für die Leute eine viel tiefere Bedeutung haben.»

Derzeit ist die Band auf Tournee – zeitgleich zur Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Haben die drei Musiker und Freunde das in ihrem Terminkalender berücksichtigt? «Wir mussten feststellen, dass wir bei zwei Deutschlandspielen auf der Bühne stehen», sagt Brugger. Der Spielplan war noch nicht veröffentlicht, als die Band ihre Pläne machte. Also wurde kurzerhand nachjustiert, wie Weber erzählt: «Beim Spiel gegen die Elfenbeinküste haben wir reagiert: Wir spielen jetzt nicht um neun, sondern schon um acht. Da kommen wir genau zum Anstoß raus.»