Der SPD-Kandidat Ralf Reinhardt hat seinen Landratsposten verteidigt. (Archivbild)
Der SPD-Kandidat Ralf Reinhardt hat seinen Landratsposten verteidigt. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Neuruppin (dpa/bb) – In der Stichwahl im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat sich SPD-Amtsinhaber Ralf Reinhardt gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Torsten Arndt durchgesetzt. Reinhardt erhielt laut vorläufigem Endergebnis 60,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. AfD-Kandidat Arndt kam auf 39,4 Prozent. Für Reinhardt beginnt nun die dritte Amtszeit. 

Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. Die AfD war in Brandenburg bisher nur bei der Bürgermeisterwahl in Zehdenick erfolgreich, wo René Stadtkewitz im Mai gewählt wurde. 


Reinhardt lag beim ersten Wahldurchgang vorn

Beim ersten Durchgang am 7. Juni hatte Reinhardt 34,7 Prozent der Stimmen erhalten, Arndt kam auf 30,3 Prozent. Der parteilose Einzelbewerber Thomas Kresse erzielte 23,9 Prozent, Ronald Mundt von der Freien Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin 11,1 Prozent.

Der 49-jährige Reinhardt wurde 2006 in Wusterhausen/Dosse jüngster Bürgermeister Brandenburgs. Seit 2010 ist er Landrat in Ostprignitz-Ruppin. Reinhardt, der 1976 geboren wurde, strebte im Wahlkampf einen Halbstundentakt für den Regionalexpress RE 6, Glasfaser für jeden Haushalt und eine Gesundheitsversorgung mit Zukunft an.

Arndt ist Landtagsabgeordneter

Arndt ist seit 1992 nach eigenen Angaben selbstständig im Baubereich tätig. Seit 2024 gehört er der Stadtverordnetenversammlung Wittstock, dem Kreistag Ostprignitz-Ruppin und dem Landtag an. Bei der Landtagswahl 2024 gewann er gegen SPD-Politikerin Katrin Lange das Direktmandat.

Die AfD-Fraktion hatte Arndt im März als stellvertretendes Mitglied für den Landtags-Untersuchungsausschuss zur Flüchtlingsunterbringung in Ostprignitz-Ruppin vorgeschlagen. Weil er auch Landratskandidat war, wurde er nicht gewählt.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hatte zum Boykott der Stichwahl aufgerufen und lehnt beide Kandidaten ab. Der Kreisverband empfahl, nicht zur Wahl zu gehen oder beide Bewerber auf dem Wahlzettel zu streichen – dann wäre die Stimme ungültig.