Ein 39-jähriger Mann, der als Lehrer über Jahre hinweg Schülerinnen sexuell missbraucht haben soll, steht vor Gericht. (Symbolbild)
Ein 39-jähriger Mann, der als Lehrer über Jahre hinweg Schülerinnen sexuell missbraucht haben soll, steht vor Gericht. (Symbolbild) Foto: Soeren Stache/dpa

Berlin (dpa/bb) – Weil er als Lehrer mehrere Schülerinnen missbraucht haben soll, steht ein 39-Jähriger in Berlin vor Gericht. Betroffen sind laut Anklage vier damals 15- bis 17-Jährige. Eine von ihnen soll der Mann in seiner Gartenlaube vergewaltigt haben. In den weiteren Fällen lautet die Anklage unter anderem auf sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen.

Der Angeklagte gab zu Prozessbeginn am Landgericht sexuelle Kontakte zu Schülerinnen zu und bat um Entschuldigung. Den Vorwurf der Vergewaltigung einer 15-Jährigen wies er aber zurück. Es habe jeweils ein «Einverständnis» gegeben, hieß es in einer Erklärung, die sein Verteidiger verlas.


Tatort Gartenlaube

Zwei Anklagen liegen gegen den damaligen Lehrer für Physik und Geografie vor. Darin werden ihm Taten zwischen März 2016 und März 2020 zur Last gelegt. Tatort sei die Gartenlaube des Angeklagten in Berlin gewesen. Er habe «bewusst seine Stellung als Autoritätsperson ausgenutzt», warf ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Anklage: Persönliche Nähe aufgebaut

Im Februar 2018 soll der damals 32-Jährige laut Anklage ein 15 Jahre altes Mädchen, das über keinerlei sexuelle Erfahrungen verfügte, vergewaltigt haben. Von Januar bis Juli 2019 sei es in 16 Fällen zu sexuellen Handlungen an einer 16-Jährigen gekommen. Als ihr Lehrer habe er von ihren familiären Schwierigkeiten erfahren, dies gezielt ausgenutzt und Hilfe angeboten, «um eine persönliche Nähe zu ihr aufzubauen». Die entstandene emotionale Abhängigkeit der Jugendlichen habe den späteren sexuellen Kontakt ermöglicht, den er bewusst herbeigeführt habe. 

Hilfsangebote habe er auch im letzten Fall der Anklage im März 2020 genutzt, um eine persönliche Bindung herzustellen und das Vertrauen einer weiteren 16-Jährigen aufzubauen. 

Der Angeklagte ist nach seinen Angaben seit 2021 nicht mehr in seinem Beruf tätig. Er pflege derzeit seine Großmutter, sagte der 39-Jährige. Sein Leben sei seit Bekanntwerden der Vorwürfe «aus den Fugen geraten». Für den Prozess sind sechs weitere Verhandlungstage bis zum 8. Mai terminiert.