
Berlin (dpa) – Rund 37.000 Opfer der SED-Diktatur beziehen nach Angaben der SED-Opferbeauftragten des Bundestages, Evelyn Zupke, derzeit noch eine sogenannte Opferrente. Das teilte Zupke dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (RND) mit. Anspruch auf die monatliche Leistung haben Menschen, die in der DDR mehr als 90 Tage lang aus politischen Gründen inhaftiert waren.
Mit Blick auf den 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer mahnte Zupke: «Das Unrecht an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze zeigt uns überdeutlich, dass die DDR eine Diktatur war. Wer die DDR heute verklärt, handelt nicht nur geschichtsvergessen. Es ist zugleich auch ein Schlag ins Gesicht tausender Opfer politischer Gewalt in der DDR.»
Zupke verwies zugleich auf das Ausmaß politischer Verfolgung: Zwischen 1945 und 1989 habe es etwa 250.000 politische Häftlinge in den Haftanstalten und Jugendwerkhöfen gegeben, zudem weitere Opfergruppen wie Zwangsausgesiedelte und Menschen, die «von den staatlichen Institutionen systematisch psychisch zersetzt wurden».
