Potsdam/Nauen (dpa/bb) – Im Prozess um ein riesiges Drogenlabor im brandenburgischen Nauen wollen sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft zu einem möglichen Strafmaß für die beiden Angeklagten verständigen. Die Staatsanwaltschaft peile zum jetzigen Zeitpunkt Haftstrafen für beide zwischen zehn und zwölf Jahren an, sagte der Vorsitzende Richter zu Prozessbeginn am Landgericht Potsdam. Falls die Angeklagten sich zu bestimmten Punkten geständig zeigten, könne ein milderes Strafmaß gefordert werden.
Zu Prozessbeginn äußerten sich die beiden polnischen Angeklagten im Alter von 54 und 42 Jahren nicht. Ihnen wird vorgeworfen, als Mitglied einer Bande mit weiteren Menschen in einer Lagerhalle synthetische Betäubungsmittel hergestellt und mit diesen unerlaubt Handel getrieben zu haben. Zwischen 2023 sollen sie Hunderte Kilogramm der Partydrogen 3-CMC und 4-CMC hergestellt und verkauft haben. Die Ermittler fanden Müllmengen, die auf die Herstellung erheblicher Mengen hindeuten. Über 200 Kilogramm der Drogen fanden sie, als das Labor ausgehoben wurde.
Zudem wurden in dem Labor mehr als 200.000 Euro in bar und rund 160.000 polnische Złoty gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass noch mehr Menschen an dem Drogenlabor beteiligt waren. Sie wurden aber bislang nicht ermittelt. Die beiden Angeklagten sitzen seit rund einem Jahr in Untersuchungshaft.
