In Berlin leben Schätzungen zufolge 6.000 bis 7.000 Menschen auf der Straße. (Archivbild)
In Berlin leben Schätzungen zufolge 6.000 bis 7.000 Menschen auf der Straße. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa/bb) – Auszeichnung drinnen, Protest draußen: Am Tag der wohnungslosen Menschen wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin-Kreuzberg als Ehrengast erwartet. Zeitgleich demonstriert vor der Kirche ein Bündnis gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen für mehr Wohnraum. 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) will laut einer Mitteilung am Vormittag in der Melanchthon-Kirche in Berlin-Kreuzberg drei Angebote der Wohnungsnotfallhilfe auszeichnen. Neben Bundespräsident Steinmeier werden auch Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) und Bundestagsabgeordnete erwartet.


Bündnis erinnert an gestorbene Wohnungslose

Zeitgleich ruft das Bündnis «Gemeinsam gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen» zu einer Kundgebung gegenüber der Kirche auf. Die Aktivisten wollen nach eigenen Angaben an Menschen erinnern, die infolge von Wohnungsverlust, Zwangsräumungen, Behördenversagen oder fehlendem Wohnraum gestorben seien. 

In Neukölln lädt am Nachmittag die Union für Obdachlosenrechte Berlin zu einem «Tag der Begegnung, der Beschwerde und des Protests» ein. Im Mittelpunkt steht eine politische Diskussion zur Berliner Wahl 2026: Wohnungslose und diejenigen, die es einmal waren, können ihre Fragen direkt an Neuköllner Politiker stellen. 

In den Obdachlosenunterkünften in Berlin leben nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtverbands rund 57.000 Menschen. Zusätzlich leben demnach derzeit rund 6.000 bis 7.000 Menschen auf der Straße.