Wandlitz (dpa) – Auf dem geschichtsträchtigen Bogensee-Areal mit der Goebbels-Villa nördlich von Berlin ist ein Großbrand ausgebrochen. Zeugen hätten am Mittwochabend Rauchentwicklung aus einem Gebäude auf dem Areal im brandenburgischen Wandlitz gemeldet, teilte die Polizei mit.
Auf dem Areal hatte sich NS-Propagandaminister Joseph Goebbels einst eine Villa gebaut. Diese brennt nach Angaben eines Polizeisprechers aber nicht, betroffen sei ein früheres Lektionsgebäude. Es gehörte zu DDR-Zeiten zur ehemaligen Hochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ).
Die Löscharbeiten dauern an
«Die Kameraden der Feuerwehr bekämpften erst einen Brand im Dachstuhl, der später auf das komplette Gebäude übergriff», teilte die Polizei mit. «Die Löscharbeiten dauern seither an und sind bis jetzt nicht abgeschlossen.»
Nach der Wende gab es auf dem Areal ein Kongresszentrum. Seit dem Jahr 2000 ist das Areal ungenutzt und verfällt.
«Die Witterung ist der Gegner»
In der Nacht seien zwischenzeitlich rund 90 Kräfte im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost. «Die Witterung ist der Gegner.» Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der niedrigen Temperaturen schwierig.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam bei dem Feuer niemand zu Schaden. Die Polizei habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und habe erste Zeugen identifizieren können.
Eigentümer des gut 16 Hektar großen Bogensee-Areals ist Berlin. Weil das Land kein Geld und kein Interesse an einer Entwicklung hat, hatte der Senat das Gelände bis Ende 2027 der Gemeinde Wandlitz unentgeltlich zur Nutzung überlassen.

