Immer wieder kommt es in Kreuzberg und Neukölln zu Schüssen auf offener Straße. (Symbolbild)
Immer wieder kommt es in Kreuzberg und Neukölln zu Schüssen auf offener Straße. (Symbolbild) Foto: Manuel Genolet/dpa

Berlin (dpa/bb) – Nach Schüssen auf einen 23-Jährigen im Graefekiez in Berlin-Kreuzberg im März hat die Polizei vier Tatverdächtige im Alter von 16 bis 18 Jahren gefasst. Wegen des versuchten Tötungsdelikts wurden am Morgen Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse gegen die Männer in Kreuzberg und Gesundbrunnen vollstreckt. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam mit. 

Zu den Hintergründen machten sie zunächst mit Verweis auf die andauernden Ermittlungen keine Angaben. Immer wieder kommt es in Berlin auf offener Straße zu Gewaltkriminalität mit Schusswaffen – zuletzt vor wenigen Tagen in Kreuzberg. 


Entscheidung über U-Haft

Nach dem jetzt erfolgten Zugriff der Polizei soll ein Haftrichter entscheiden, ob die Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen, wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte. Es werde auch geprüft, ob es einen Zusammenhang zu anderen Fällen gebe.

Bei den Durchsuchungen seien Beweismittel und mehrere Schreckschusswaffen beschlagnahmt worden, teilten die Ermittlungsbehörden mit. Die Beweismittel werden kriminaltechnisch untersucht. 

Schüsse auf 23-Jährigen auf Gehweg abgefeuert

Am 19. März hielt sich ein 23-Jähriger mit einem Bekannten auf dem Gehweg der Graefestraße auf, als unvermittelt mehrere Schüsse auf ihn abgegeben wurden. Zwei Männer wurden damals beobachtet. Gegen zwei weitere Männer bestehe der Verdacht, dass sie an der Straftat beteiligt gewesen seien, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. 

Das Opfer erlitt Schussverletzungen am Oberkörper, an einem Bein und einem Arm, hatte die Polizei im März mitgeteilt. Eine Mordkommission des Landeskriminalamtes (LKA) nahm die Ermittlungen auf. 

Wegen der Gewaltkriminalität mit Schusswaffen hatte das LKA im November 2025 die Sondereinheit «Ferrum» (lateinisch für «Eisen») ins Leben gerufen. Auch die Staatsanwaltschaft hat eine spezielle Ermittlungsgruppe mit dem Namen «Telum» (lateinisch für «Angriffswaffe») eingesetzt.