
Potsdam (dpa/bb) – Sie stellen Schul-Merch her, arbeiten mit dem 3D-Drucker oder versorgen ihre Schulkameradinnen und -kameraden mit Essen und Getränken: «Schülerfirmen füllen Leerstellen in den Schulen und ermöglichen es Jugendlichen, ihre Projektideen zu verwirklichen», sagt Norbert Bothe von der Servicestelle Schülerfirmen bei Kobranet. Er ist einer der Organisatoren des Schülerfirmenfachtags, der in diesem Jahr zum 20. Mal in Storkow (Landkreis Oder-Spree) stattfindet.
Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus 20 Schulen in ganz Brandenburg und zeigen sich gegenseitig ihre größeren und kleineren Schulfirmen-Projekte. Für die Schülerinnen und Schüler seien die Unternehmen eine Chance, sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen, meint Bothe. «Da geht es auch um Berufsorientierung. Buchführung, Catering, Handwerk: All das kommt vor.»
Die Projekte seien für die Schulen oft eine Bereicherung des Schullebens – und ermöglichten so auch Angebote, die es sonst nicht geben würde, sagt der Veranstalter.
Pausenbrote, Textilwerkstätten und Arbeit mit dem Laser-Cutter
Welche Schülerfirmen sind vertreten? «Viele sind aus dem Bereich Catering und Pausenversorgung – das ist auch repräsentativ für die Zahl insgesamt.» Das reiche von einem einfachen Frühstücksangebot mit geschmierten Brötchen über warme Gerichte einmal die Woche über Essen für benachbarte Sportvereine. «Einige Jugendliche beschäftigen sich auch mit fairem Handel und bieten Kaffee oder Tee an.»
Neben Kulinarischem dreht sich bei den Unternehmen der Schülerinnen und Schüler viel ums Handwerkliche: In Textilwerkstätten etwa werden Shirts und Hoodies mit dem Schullogo bedruckt und verkauft. Andere sorgen für den Nachschub an Stiften, Linealen und Co. – mit Lasercutter und 3D-Drucker können sie personalisiert werden. «Maker Spaces an den Schulen sind beliebt.»
Mit Lavendelsäckchen ist auch eine Grundschule dabei
Die meisten Schülerinnen und Schüler kommen aus den siebten bis zehnten Klassen – und organisieren sich mit ihren Projekten in AGs oder in Wahlpflichtfächern. In Storkow sei aber auch eine Grundschule mit ihrer Geschäftsidee dabei, so Bothe. Die Kinder stellen Säckchen mit Lavendel her und verkaufen sie.
Rund 160 Schülerfirmen gibt es laut Bildungsministerium in Brandenburg. Schülerinnen und Schüler erlebten durch sie, «wie wirtschaftliche Zusammenhänge funktionieren und was alles dazugehört, um ein gemeinsames Projekt erfolgreich zu organisieren», teilte Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) mit.