Luigi Pantisano, Vorsitzender der Partei die Linke im Bundestag, bekräftigt Rot-Grün-Rot in Berlin.
Luigi Pantisano, Vorsitzender der Partei die Linke im Bundestag, bekräftigt Rot-Grün-Rot in Berlin. Foto: Fabian Sommer/dpa

Berlin (dpa) – Linke-Chef Luigi Pantisano hat vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an den Koalitionsverhandlungen in Berlin auf den Wählerwillen verwiesen. Berlinerinnen und Berliner «wünschen sich eine Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp, sie wünschen sich ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken», sagte er bei einer Pressekonferenz. 

Am Vormittag haben sechs Wochen nach der Wahl zum Berliner Landesparlament Koalitionsverhandlungen zwischen Linken, Grünen und SPD begonnen. Ein rot-grün-rotes Bündnis unter Führung der Linkspartei rückt damit näher. Allerdings sind mit dieser Aussicht nicht alle glücklich. In der SPD wird der Protest gegen eine Regierungsbeteiligung der Linke in Berlin lauter. Einen entsprechenden Aufruf mit dem Titel «Nicht um jeden Preis» haben bundesweit inzwischen rund 1.175 SPD-Mitglieder unterschrieben. Darunter sind auch prominente Sozialdemokraten wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius.


Pantisano kommentierte mit Blick auf den Berliner SPD-Landeschef: «Ich wünsche eher Herrn Steffen Krach viel Kraft und weiterhin Mut, den Weg zu gehen, dem Ansinnen der Berlinerinnen und Berliner auch zu folgen.» Er finde, «Bundesparteien und auch Mitglieder in anderen Regionen sollten Respekt haben vor Entscheidungen, die auch nach einer Wahl getroffen werden, die Berlinerinnen und Berliner letztlich getroffen haben und nicht ein Herr Pistorius».

Bundesweite Kritik an Rot-Grün-Rot in Berlin

Erschwert wurden die bisherigen Gespräche der drei Parteien durch Diskussionen über das richtige Vorgehen gegen Antisemitismus. Anlass waren mehrere Vorfälle in den Reihen der Linken. Nicht zuletzt deswegen hat die Ankündigung der Koalitionsverhandlungen bundesweit Kritik provoziert. Aber auch innerhalb der Parteien gab es Diskussionen.

Bei einem Parteitag der Linken stimmte am Samstag allerdings eine breite Mehrheit für Koalitionsverhandlungen. Grüne und SPD hatten schon vor zwei Wochen zugestimmt. Wie lange die Verhandlungen dauern, ist nicht absehbar – und ein Scheitern jederzeit möglich.