Berlin (dpa) – Das Bündnis NOlympia hat die erste Etappe für ein Volksbegehren gegen die Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele gestartet. «Die Berliner sollen entscheiden, ob so große Geldsummen für ein zweiwöchiges Event bereitgestellt werden sollen», sagte Klara Schedlich, Sprecherin für Sportpolitik der Grünen-Fraktion, bei der Auftaktveranstaltung vor dem Roten Rathaus, «wir haben eine Finanzkrise und ein Haushaltsloch. Berlin hat andere Prioritäten als Olympia.»
Das aus Organisationen und Verbänden bestehende Bündnis muss bis zum 18. Oktober 20.000 Unterschriften sammeln. Das wolle man aber schon bis zur Sommerpause schaffen, sagte Uwe Hiksch von den Naturfreunden Berlin, «um später nicht in den Wahlkampf zu geraten.» Wird der Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens zugelassen, müsste das Bündnis dann weitere 180.000 zustimmende Unterschriften sammeln, um einen Volksentscheid herbeizuführen. Bei diesem könnten dann alle Berliner und Berlinerinnen abstimmen.
Volksbegehren erst nach DOSB-Entscheidung
Dieses würde erst nach der nationalen Vergabe durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf deren außerordentlicher Mitgliederversammlung am 26. September starten, sollte Berlin vom DOSB zum nationalen Bewerber auserkoren werden. Neben Berlin bewerben sich München, Hamburg und die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Metropole um die Austragung der Spiele für 2036, 2040 oder 2044.
Das mögliche Volksbegehren würde erst nach der Entscheidung des DOSB durchgeführt werden können. Für Hiksch kein Problem. Würden die Berliner sich gegen die internationale Bewerbung entscheiden, könne der Senat nicht an dem Votum vorbeigehen. Der Vertreter der Naturfreunde begrüßte bei der Auftaktveranstaltung auch Berlins Olympiabeauftragten Kaweh Niroomand, der vorbeigekommen war. Die Einladung, als Erster auf der Unterschriftenliste zu stehen, lehnte der 73-Jährige lächelnd ab.
