Die Mohrenstraße in Berlin-Mitte ist bereits im vergangenen Sommer umbenannt worden. (Archivbild)
Die Mohrenstraße in Berlin-Mitte ist bereits im vergangenen Sommer umbenannt worden. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Berlin (dpa/bb) – Der Geschichte von Straßennamen in Berlin widmet sich eine neue Ausstellung in der Hauptstadt. Das Mitte Museum geht der Frage nach, was Straßennamen über die Zeit ihrer Vergabe verraten – und was aktuelle Debatten über Umbenennungen über die Gegenwart aussagen. «Straßenumbenennungen sind nie nur Verwaltungsakte», sagte die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Mitte, Stefanie Remlinger. «Sie berühren wichtige Fragen der Erinnerungskultur, greifen aber auch spürbar mit Adressänderungen in den Alltag von Menschen ein.» 

Die neue Sonderausstellung, die bis zum 27. September zu sehen ist, zeige, warum solche Prozesse notwendig sein könnten und warum über neue Namen oft besonders leidenschaftlich diskutiert werde.


Umbenennungen sind oft umstritten

Allein in ihrem Bezirk habe es in den vergangenen zehn Jahren 33 Umbenennungen gegeben, sagte Remlinger. «Koloniale Belastungen und nationalsozialistische Bezüge wurden aus dem Straßenbild entfernt, der Anteil von Frauennamen ist gewachsen.» 

So wurde im vergangenen August nach jahrelangem Streit die Mohrenstraße in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt. Der alte Name war als rassistisch in die Kritik geraten. Der neue geht auf den aus Westafrika stammenden Gelehrten Anton Wilhelm Amo zurück, der im 18. Jahrhundert hierzulande wirkte. Er gilt als erster bekannter schwarzer Philosoph und Jurist an deutschen Universitäten.

Die Ausstellung ist Teil des zweijährigen Berliner Gemeinschaftsprojekts «umbenennen?! Berlins Straßennamen in Geschichte und Gegenwart» von zwölf Berliner Bezirks- und Regionalmuseen.