Claus-Dieter Wollitz bejubelt den ersten Auswärtssieg in dieser Saison.
Claus-Dieter Wollitz bejubelt den ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Foto: Uli Deck/dpa

Karlsruhe (dpa) – An diesem sportlich nahezu perfekten Fußball-Nachmittag gab es für den FC Energie Cottbus nur eine schlechte News – und die hatte nichts mit dem 3:0 (1:0) beim Karlsruher SC zu tun. «Ich habe leider schlechte Nachrichten gerade gehört, dass wir gar nicht nach Cottbus fliegen können, weil da Nebel ist. Könnte vielleicht eine längere Fahrt werden», sagte Dominik Pelivan nach dem ersten Auswärtssieg der Saison.

Der Aufsteiger aus Brandenburg stellte auch im fünften Saisonspiel seine Offensivstärke unter Beweis und kletterte auf Tabellenplatz sieben. Lukas Michelbrink (45. Minute +2), Dominik Pelivan (55.) und Justin Butler (62.) erzielten die Tore im Wildpark. Damit hat Cottbus in jedem der bisherigen fünf Saisonspiele mindestens drei Tore erzielt. Erstmals kassierte die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz dabei keinen Gegentreffer.


«Ich glaube, ich habe in der U19 das letzte Mal ein Tor gemacht. Ich wusste nicht mehr, wie ich jubele. Gerne öfter», sagte Pelivan. Das Saisonziel Klassenerhalt will Cottbus trotz des starken Spiels aber noch nicht nach oben korrigieren. «Das ist zu früh. Man sagt ja immer, die 2. Liga ist brutal ausgeglichen. Wir tun gut daran, einfach jedes Spiel so anzugehen mit der Einstellung, dass es möglich ist, siegreich vom Platz zu gehen», befand Michelbrink. 

Bittencourt will Elfmeter – sieht aber Gelb

Von Beginn an entwickelte sich eine offene Partie, in der beide Teams immer wieder den Weg nach vorne suchten und Lücken in der Defensive offenbarten. Energie-Keeper Marcel Lotka verhinderte mehrfach einen Rückstand, zudem rettete einmal die Latte für die Gäste. Kurz vor der Pause schlug Cottbus dann zu: Nach einem KSC-Fehlpass leitete Michelbrink den Angriff ein und vollendete nach einer sehenswerten Hackenablage von Lucas Copado zur Führung.

Zuvor hatte Bittencourt (15.) für Aufsehen gesorgt. Schiedsrichter Robert Hartmann entschied nach einem Zweikampf im Strafraum zunächst auf Elfmeter, nahm die Entscheidung nach VAR-Hinweis aber zurück und zeigte Bittencourt wegen einer Schwalbe Gelb. 

Der für Bittencourt eingewechselte Pelivan erhöhte zum 2:0 mit einem Flachschuss aus 13 Metern, nachdem er zuvor gleich drei Karlsruher stehengelassen hatte. Kurz darauf nahm Butler ein Geschenk von KSC-Innenverteidiger Christoph Kobald an. Die Hausherren blieben bemüht, der Glaube an ein Wunder schwand aber zunehmend.