Innenminister Jan Redmann weist Kritik in sozialen Medien zurück, der Staat tue nach den Gewaltvorfällen Jugendlicher zu wenig. (Archivbild)
Innenminister Jan Redmann weist Kritik in sozialen Medien zurück, der Staat tue nach den Gewaltvorfällen Jugendlicher zu wenig. (Archivbild) Foto: A3922 Britta Pedersen/dpa

Potsdam/Frankfurt (Oder) (dpa/bb) – Nach Gewalttaten von Jugendgruppen in Brandenburg sollen Verdächtige versucht haben, Druck auf Zeugen auszuüben. Das sagte CDU-Innenminister Jan Redmann in einem Instagram-Beitrag. Er rief Zeugen auf, sich nicht einschüchtern zu lassen. 

Redmann sagte, in Potsdam seien nach den Straftaten Jugendlicher 25 Tatverdächtige identifiziert worden, in Frankfurt (Oder) seien es 10. In Untersuchungshaft sitzen laut Innenminister inzwischen 5 Verdächtige – unter anderem wegen Wiederholung- und Verdunkelungsgefahr, «weil sie also versucht haben, Druck auszuüben, beispielsweise auf Zeugen». 


Der Minister bezog seine Aussagen auf Kommentare in sozialen Medien, es werde nach den Gewalttaten zu wenig getan. «Der Staat handelt», hieß es in seinem Instagram-Beitrag. Er sei aber auch auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen. 

«Angst vor Repressalien»

Redmann sagte, es gebe eine ganze Reihe von Menschen, «die was gesehen haben, die auch beitragen könnten mit ihrer Zeugenaussage, es sich aber nicht trauen, weil auch sie Angst vor Repressalien haben durch Tatverdächtige». Der Minister appellierte: «Bringen Sie das, was Sie wissen, zur Anzeige, und bringen Sie auch zur Anzeige, wenn jemand versucht, Druck auf Sie auszuüben.»

In Frankfurt (Oder) hatten Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren am vergangenen Mittwoch vor einer Oberschule auf einen Schüler eingetreten und ihn geschlagen – auch gegen den Kopf und als er am Boden lag. Bei ihnen handelt es sich laut Polizei um Kinder und Jugendliche mit deutscher, polnischer, russischer und syrischer Nationalität. 

Zuletzt sorgten auch in Potsdam mehrere Angriffe von Jugendgruppen für Entsetzen. Es wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.