Nach Angaben der Polizei verlief der 1. Mai in Berlin ausgesprochen friedlich.
Nach Angaben der Polizei verlief der 1. Mai in Berlin ausgesprochen friedlich. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Berlin (dpa) – Nach dem 1. Mai steht in Berlin in einigen Stadtteilen das große Aufräumen an. Bereits in den Vorjahren hatte die Stadtreinigung BSR in Sonderschichten nach dem 1. Mai mehr als hundert Kubikmeter Müll eingesammelt. Außerdem wird die Polizei im Laufe des Tages eine Bilanz zu ihren Einsätzen vorlegen. Bereits am Abend sprach die Polizei von einem erneut sehr friedlichen Verlauf. 

Bis zum Abend habe es keine größeren Störungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Er berichtete von einer vorläufigen Festnahme am Rande der Demonstration «Revolutionärer 1. Mai» mit linken und linksextremistischen Teilnehmern. Zwar sei die Stimmung bei der Demonstration auch aggressiv gewesen, aber es habe keine größeren Zwischenfälle gegeben. Einige Teilnehmer hätten Pyrotechnik gezündet, Polizisten seien mit Gegenständen beworfen worden. Nach aktuellem Stand seien neun Einsatzkräfte leicht verletzt worden. 


 

Bereits vergangenes Jahr 1. Mai weitgehend gewaltfrei

Nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatten sich am Tag der Arbeit in Berlin knapp 50.000 Menschen versammelt – besonders in Kreuzberg waren viele unterwegs. Die einen feierten ausgelassen, andere demonstrierten.

Bereits im vergangenen Jahr verlief der 1. Mai weitgehend gewaltfrei, trotzdem wurden bei den Demonstrationen etwas mehr als 70 Menschen wegen Verstößen und Störungen von der Polizei festgenommen. Oft ging es um Flaschen- und Böllerwürfe oder verfassungswidrige Propaganda. 

Görlitzer Park wegen Überfüllung geschlossen

Ein Aufräum-Schwerpunkt an diesem Wochenende dürfte der Görlitzer Park sein: Wegen der Massen an Menschen war der Görlitzer Park am Abend des 1. Mai geschlossen worden. Der Park wurde zwar nicht geräumt, aber die Menschen durften nicht mehr hineingehen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Ein Verlassen des Parks war jederzeit möglich. Mit der Maßnahme wolle man Platz für Rettungskräfte machen, wenn diese benötigt würden. 

Wegen der Menschenmassen in Berlin-Kreuzberg waren auch die umliegenden Straßen für Autos gesperrt. Mehrere U-Bahnhöfe wurden geschlossen, die Züge hielten dort nicht mehr. Voller Menschen war auch der Mariannenplatz, als dort am Abend die Berliner Rapperin Ikkimel beim 1. Mai-Fest der Linken auftrat.