
Berlin (dpa/bb) – Nach langem Streit gibt es eine Lösung für die Westernstadt Old Texas Town in Berlin-Spandau. Sie kann bis 2032 auf dem Grundstück bleiben, wie der Eigentümer, die Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer, mitteilte. Für die weitere Nutzung des Grundstücks gelten demnach unverändert die bisherigen, im Pachtvertrag festgelegten Regelungen.
Der Eigentümer konnte sich den Angaben zufolge mit dem Bezirk auf ein Konzept einigen, das unter anderem auch gewerbliche Nutzung verschiedener Art und gleichzeitig freizeitbezogene Angebote ermöglichen soll. Der Eigentümer erhalte dadurch Planungssicherheit für die künftige Nutzung des Areals, hieß es in der Mitteilung.
Der Verein Cowboy Club Old Texas Berlin, der das Gelände für seine Westernstadt nutzt, zeigte sich erleichtert: «Nach Monaten der Ungewissheit ist das eine große Erleichterung für unsere Mitglieder und alle Besucherinnen und Besucher», so der Vereinsvorsitzende Ralf Keber in der Mitteilung.
Jochen Ehlers, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, erklärte: «Uns war von Anfang an wichtig, eine Lösung zu finden, die fair gegenüber dem Verein ist und uns zugleich Planungssicherheit für die wirtschaftliche Nutzung unseres Grundstücks gibt. Mit dem jetzt gefundenen Kompromiss können beide Ziele erreicht werden.» Beide dankten Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU).
Streit landete sogar in der «New York Times»
Verein, Eigentümer und Bezirk hatten sich monatelang um eine Einigung bemüht. Der Verein wollte bleiben – der Pachtvertrag war allerdings abgelaufen. Der Eigentümer wollte das Grundstück an die Umgebung anpassen und für den Bau eines Rechenzentrums nutzen.
Eine «gewerbliche Entwicklung» ließ der 2012 festgesetzte Bebauungsplan mit dem «Sondergebiet Westernstadt» dort jedoch nicht zu. Eine Änderung hatte der Bezirk zunächst abgelehnt.
Der Dauerstreit über die Westernstadt im Westen Berlins war immer wieder für Schlagzeilen gut und landete im vergangenen Jahr sogar in der «New York Times». Eine Online-Petition für den Erhalt der Westernstadt fand rund 11.800 Unterstützer. Der Verein demonstrierte für sein Anliegen vor dem Brandenburger Tor. Und die Band The BossHoss erklärte sich mit ihm und seinem Anliegen solidarisch.
