Koçak hatte nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestages abgegeben. (Archivbild)
Koçak hatte nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestages abgegeben. (Archivbild) Foto: Elisa Schu/dpa

Berlin (dpa) – Der Berliner Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak kann nach Ansicht der Fraktionsspitze Teil der Fraktion bleiben. Das bestätigte Co-Fraktionschef Sören Pellmann auf Anfrage. Co-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hatte am Dienstag auf Journalisten-Nachfragen noch keine klare Aussage dazu gemacht. Koçak habe für Transparenz gesorgt, es gebe keine Verbindung zur organisierten Kriminalität, aber es seien Fehler gemacht worden, hatte sie gesagt. Man sei im Diskussionsprozess darüber, welche Rolle er weiterhin in der Fraktion einnehmen werde.

Linke-Parteichef Luigi Pantisano sagte bei Welt TV, Koçak habe die Fehler, die er gemacht habe, transparent gemacht, eingestanden und auch Konsequenzen gezogen.


SPD-Politiker fordern weiterhin Ausschluss aus Fraktion

Berlins SPD-Landeschef Steffen Krach hatte am Donnerstag einen Ausschluss Koçaks aus der Bundestagsfraktion der Linken gefordert. Er bekräftigte vor dem Wochenende, seine Position ändere sich nicht, und äußerte zudem die Erwartung, dass es über das Thema in den nächsten Wochen noch Debatten geben werde.

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, sagte dem Portal «t-online»: «Nach allem, was vorliegt, sollte die Linke im Fall Koçak klare Konsequenzen ziehen. Ein anderer Ausschuss für ihn wäre nur eine Beruhigungspille, löst aber das Problem der Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit nicht.»

Koçak hatte sich nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestages abgegeben. Er war unter Druck geraten, weil er freundschaftliche Chatnachrichten mit einem Sohn einer dem Clan-Milieu zugeordneten Großfamilie ausgetauscht hatte.