
Hagen (dpa) – Die Bundesvorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, hat Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei scharf zurückgewiesen. «Sie greifen uns an, weil wir uns für das Völkerrecht und für die Menschen in Palästina einsetzen. Weil wir den Völkermord in Gaza als das benennen, was er ist: ein Völkermord», sagte Schwerdtner bei der Landesvertreterversammlung der nordrhein-westfälischen Linken in Hagen. Die israelische Regierung zu kritisieren, sei aber kein Antisemitismus.
Der Antisemitismus-Vorwurf sei dabei nur vorgeschoben. «Es ist ekelhaft, dass sie den Antisemitismus instrumentalisieren, um uns im politischen Geschäft schlechtzumachen», kritisierte die Linken-Chefin.
Letztlich gehe es bei den scharfen Attacken der politischen Gegner um etwas anderes, argumentierte Schwerdtner. «Sie fahren diese Hetzkampagne, weil wir uns mit den Reichen und Mächtigen anlegen, weil wir uns mit den Immobilienkonzernen anlegen, die sich an unseren Wohnungen dumm und dämlich verdienen, weil wir uns mit Politikern anlegen, die mit ihnen unter einer Decke schlafen», rief sie den Delegierten des Wahlparteitags zu.
Schwerdtner: Wahlerfolg aus Berlin kann auch anderswo klappen
Der Wahlerfolg der Linken in Berlin zeige, was für die Partei möglich sei – auch in anderen Bundesländern. «Was in Berlin funktioniert hat, das ist doch kein Sonderweg», rief sie. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus war die Linke vor einem Monat mit Abstand stärkste Kraft geworden. «Stellt euch vor, was passieren kann, wenn auch in Nordrhein-Westfalen die arbeitenden Menschen, die armen Menschen und die migrantischen Menschen endlich aufstehen. Was können wir bewegen?»
Aktuellen Umfragen zufolge hat die Linke in Nordrhein-Westfalen gute Chancen, bei der Landtagswahl am 25. April 2027 erstmals seit 15 Jahren wieder in das Landesparlament einzuziehen. Eine am Freitag veröffentlichte Insa-Umfrage sieht die Partei aktuell bei zehn Prozent.
