Hendrikje Klein ist schon lange für die Linke Mitglied im Berliner Landesparlament.
Hendrikje Klein ist schon lange für die Linke Mitglied im Berliner Landesparlament. Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin (dpa/bb) – Die Linken-Abgeordnete Hendrikje Klein soll neue Präsidentin des Berliner Landesparlaments werden. Die Linke-Fraktion hat sich bei ihrer jüngsten Sitzung darauf verständigt, die 46-jährige Diplom-Verwaltungswirtin für das Amt vorzuschlagen. 

Gewählt werden muss sie dann im Abgeordnetenhaus. Die erste Sitzung des neuen Berliner Parlaments ist für den 29. Oktober vorgesehen. Klein ist dort bereits seit 2016 Mitglied und seit 2024 Parlamentarische Geschäftsführerin der Linke-Fraktion sowie unter anderem Sprecherin für Personal und Verwaltung.


Sie gehört damit zur kleinen Minderheit der Linke-Abgeordneten mit langjähriger Parlamentserfahrung, erst im Bezirk, dann auf Landesebene. Ihren Wahlkreis in Friedrichsfelde und dem Weitlingkiez im Bezirk Lichtenberg gewann sie bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September erneut direkt. 

Klein kennt sich mit Verwaltung aus  

Mit 39,3 Prozent der Stimmen lag sie sogar noch deutlich über dem Gesamtergebnis ihrer Partei, die berlinweit mit 25,7 Prozent stärkste Kraft wurde. 

Klein wurde 1979 in Berlin geboren, auf Demonstrationen gegen Rassismus engagierte sie sich schon als Teenagerin politisch. In Marzahn machte sie 1999 Abitur und studierte dann Verwaltungswissenschaften. Anschließend war sie in der Landesverwaltung Brandenburg beschäftigt, unter anderem im Finanzministerium. 

Das politische Alltagsgeschäft lernte sie in Lichtenberg: Von 2001 bis 2016 war sie Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung und dort zuletzt Fraktionsvorsitzende.

Die Präsidentin leitet die Sitzungen

Nun könnte sie schon bald neue Aufgaben übernehmen: Unter anderem gehört zum Job der Parlamentspräsidentin, die Sitzungen im Abgeordnetenhaus zu leiten. Die Parlamentsmitglieder kommen üblicherweise im Zweiwochen-Rhythmus zusammen. 

Auch im Präsidium des Abgeordnetenhauses und im Ältestenrat hat die Präsidentin den Vorsitz. Sie übt außerdem das Hausrecht und die Polizeigewalt im Landesparlament aus und vertritt es nach außen.

Der Präsident oder die Präsidentin im Landesparlament wird auf Vorschlag der stärksten Fraktion für die Dauer einer Wahlperiode gewählt. Nötig dafür ist eine absolute Mehrheit. 

Bisher war Cornelia Seibeld von der CDU Parlamentspräsidentin. Sie übernahm das Amt nach der Wahl 2023, bei der die CDU stärkste Partei geworden war. Nach dem Willen ihrer Fraktion soll Seibeld künftig Vizepräsidentin des Landesparlaments sein.