Der Leihradanbieter Nextbike kämpft in Berlin um die Fortführung des eigenen Angebots. (Archivbild)
Der Leihradanbieter Nextbike kämpft in Berlin um die Fortführung des eigenen Angebots. (Archivbild) Foto: Leonie Asendorpf/dpa

Berlin (dpa) – Der Leihradanbieter Nextbike will trotz einer juristischen Niederlage vor dem Oberverwaltungsgerichts (OVG) den Betrieb in der Hauptstadt fortsetzen. Das Unternehmen müsse die Entscheidung des Gerichts akzeptieren und werde fristgemäß eine Sondernutzungserlaubnis für die Fahrräder beantragen, teilte Nextbike mit. «Die Verfügbarkeit der Flotte sowie der gewohnte Service bleiben im gesamten Stadtgebiet ohne Einschränkungen bestehen.»

Das Gericht hatte zuvor im Eilverfahren entschieden, dass das Unternehmen aufgrund der fehlenden Sondernutzungserlaubnis sämtliche Fahrräder von Berlins Straßen entfernen müsse. 


Seit Juli 2025 ist Nextbike auf eigene Rechnung unterwegs

Das Unternehmen betrieb das Leihradsystem in der Vergangenheit mit öffentlichen Fördermitteln im Auftrag des Senats. Zum 30. Juni 2025 war der Vertrag zwischen Nextbike und dem Land allerdings ausgelaufen. Die Senatsverwaltung hat das Angebot infolge der Haushaltskürzungen eingestellt. Nextbike betreibt die Flotte seither auf eigene Rechnung weiter – bislang ohne die Sondernutzungserlaubnis. 

Nextbike will nun seine Flotte von bisher 6.500 auf rund 5.500 reduzieren und mit Genehmigung weitermachen. Der Anbieter forderte, dass bei den Gebühren berücksichtigt werde, dass klassische Fahrräder einen weitaus höheren gesellschaftlichen Nutzen hätten als andere Angebote der Mikromobilität. Sie müssten daher gesondert betrachtet werden. 

Berlin drohe zudem bei alternativen Mobilitätsangeboten im europäischen Vergleich zum Schlusslicht zu werden. «Während Bike-Sharing in anderen Metropolen wie London oder Paris bereits fester Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist, führt das aktuelle Modell in der Hauptstadt zu einem lückenhaften Angebot», kritisierte Nextbike.