Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) steht angesichts des Mangels an Lehrkräften vor einer Riesenherausforderung. (Archivbild)
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) steht angesichts des Mangels an Lehrkräften vor einer Riesenherausforderung. (Archivbild) Foto: Soeren Stache/dpa

Potsdam (dpa/bb) – Parallel zur bisher größten Krise der Brandenburger Schulen will die rot-schwarze Koalition gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern die Schule der Zukunft entwickeln. Der Landtag beschloss mit den Stimmen von SPD und CDU und der Gruppe dreier Ex-BSW-Abgeordneter den Start eines Konzepts «Bildungsland Brandenburg 2035» mit breiter Beteiligung von Schulen, Verbänden und Wissenschaft.

Minister will «vor die Welle kommen»

Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) räumte zwar ein, dass angesichts steigender Schülerzahlen und eines großen Lehrkräftemangels zunächst Lösungen für das nächste Schuljahr gefunden werden müssen. Er hält den Blick auf die Entwicklung der Schule aber ebenfalls für notwendig.


«Nicht nur reagieren, wenn’s schon kracht, sondern auch früh erkennen, wo es knirschen könnte», sagte Hoffmann. «Wir haben eben die Aufgabe, dass wir tatsächlich mal versuchen müssen, frühzeitig so zu steuern, dass wir am Ende vielleicht nicht mehr versuchen, hinter der Welle zu surfen, sondern dass wir tatsächlich vor die Welle kommen.»

Opposition lehnt neues Konzept ab

Die Opposition hält nichts von dem neuen Strategiekonzept. «Sie gestehen mit diesem Antrag erstens ein, dass Brandenburg kein Bildungsland ist, denn es soll ja erst in neun Jahren Bildungsland werden», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Dennis Hohloch. «Das zweite Eingeständnis ist, Sie können das Problem nicht lösen.»

Der Parlamentarische Geschäftsführer der BSW-Fraktion, Falk Peschel, sprach von «Konzeptionitis». «Mein alter Mathematiklehrer würde sagen, dieser Antrag geht inhaltlich in Richtung minus unendlich. Denn die Zukunft unserer Kinder und Schulen entscheidet sich nicht in Strategiepapieren, sie entscheidet sich in Klassenzimmern.»

Akuter Lehrermangel – und steigende Schülerzahl 

Der Minister soll das Konzept zum Bildungsland 2035 laut Antrag der Koalitionsfraktionen noch in diesem Jahr vorlegen. Zum Testen von Formaten und zum Festlegen von Themen sollten Lehrkräfte, Schüler- und Elternvertretungen, kommunale Schulträger, die Forschung und Träger des deutschen Schulpreises aus ganz Deutschland berücksichtigt werden.

Die Probleme sind groß: Wegen des akuten Lehrkräftemangels könnte in Brandenburgs Schulen im kommenden Schuljahr die Zahl der Unterrichtsstunden geändert werden, weil der Kernunterricht laut Minister ab August nicht an allen Schulen im Land abgesichert ist.

Um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken, will die Koalition aus SPD und CDU 250 zusätzliche Stellen schaffen. Die Zahl der Lehrkräfte war zuvor aus Spargründen im Haushalt 2025 von der SPD/BSW-Koalition um 345 Vollzeitstellen gesunken.

Der Minister verwies allerdings darauf, dass die Schülerzahlen in einigen Jahren deutlich sinken würden – in den Grundschulen sogar schon ab 2028.