Die Berliner Gewerkschaft der Polizei beklagt unerträgliche Arbeitsbedingungen und einen eklatanten Platzmangel in den Räumen der Wache des Regionalabschnitts Friedrichstraße
Die Berliner Gewerkschaft der Polizei beklagt unerträgliche Arbeitsbedingungen und einen eklatanten Platzmangel in den Räumen der Wache des Regionalabschnitts Friedrichstraße Foto: Privat/GdP Berlin/dpa

Berlin (dpa) – Die Berliner Gewerkschaft der Polizei beklagt unerträgliche Arbeitsbedingungen und einen eklatanten Platzmangel in den Räumen der Wache des Regionalabschnitts Friedrichstraße – zuständig unter anderem für weithin bekannte Kriminalitäts-Hotspots wie Görlitzer Park und Kottbusser Tor. «Neben bröckelnder Bausubstanz und eklatantem Platzmangel für die Beschäftigten flattern Motten durch die Schränke, tote Ratten wurden bereits entdeckt», heißt es in einer Pressemitteilung. 

Kaputte Ramsch-Möbel zusammengeschoben? 

Der Personalrat beklage auch das Ignorieren arbeitsrechtlicher Vorschriften und eklatante Gesundheitsgefahren, erklärte Vizechef Thorsten Schleheider. «Monitore müssten aufgrund des Platzmangels der alten Wachräume auf Fensterbänken abgestellt werden, im sogenannten Pausenraum sollen teilweise kaputte Ramsch-Möbel zusammengeschoben worden sein», berichtet er. Bei den schon lange laufenden Umbauarbeiten habe man einen behindertengerechten Zugang «vergessen», heraushängende Stromkabel würden mit Paketklebeband provisorisch fixiert. Auf eine sicherheitsrelevante Scheibe wartet man nach seinen Worten seit neun Monaten, so dass Wachräume nicht nutzbar sind – was den Platzmangel in der kürzlich personell aufgestockten Wache verstärkt. 


Vorwurf: Beamte sollen selbst Wände streichen

Als neue Idee sollten die Kollegen selbst neue Wandfarbe aufbringen, weil sich keine Firmen finden, empört sich Schleheider. «Wir reden über den wohl am stärksten belasteten Polizeiabschnitt unseres Landes. Aber die Raketenwissenschaftleridee besteht darin, dass unsere Kollegen dann auch noch selbst malern sollen, um Geld und Zeit zu sparen.»

Insgesamt herrschten nicht erst seit gestern Zustände, bei denen andere Gebäude wegen Gesundheitsgefahren dichtgemacht werden müssen. «Wenn Motten aus dem Schrank flattern und tote Ratten auf dem Boden liegen, ein Stromschlag praktisch eine Frage der Zeit ist, kann das keiner einfach wegatmen.»

«Buchstäblich auf den letzten Metern der Sanierung»

Polizeipressesprecher Florian Nath sagt dazu der «BZ», die Kritik am Bauzustand werde ernst genommen. Gleichzeitig sei zu berücksichtigen, dass Besserung in Sicht sei. Die Dienststelle befinde sich nach rund 15 Jahren Wartezeit «buchstäblich auf den letzten Metern des entscheidenden Teilabschnitts einer umfassenden Sanierungs- und Umbauphase».