
Berlin (dpa) – Die Zukunft des Galeria-Warenhauses am Alexanderplatz in Berlin-Mitte ist weiter ungewiss. Ein Verhandlungstreffen zwischen der Eigentümergesellschaft Commerz Real und dem Berliner Senat brachte keine endgültige Einigung. Die Verhandlungen sollen aber fortgesetzt werden, wie die Wirtschaftsverwaltung und die Kulturverwaltung gemeinsam mitteilten. Der Einzug der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) in das Gebäude bleibt damit weiter auf dem Tisch.
«Klar ist: Das Angebot der CommerzReal AG an das Land Berlin für eine Nutzung des Standortes für die ZLB ist in der vorliegenden Form nicht einlassungsfähig», heißt es in der Mitteilung. «Es sind noch veritable Verhandlungsschritte erforderlich, um zu klären, ob es einen Weg für eine für alle Seiten tragbare Lösung geben kann.»
Daran geknüpft sei, dass in der Zeit dieser Verhandlungen keine Unklarheit über den Fortbestand der Nutzungsvereinbarung mit dem Galeria-Warenhaus im Raum stehen dürfe.
Was wird aus den Beschäftigten?
Die Nutzungsvereinbarung zwischen Galeria und dem Eigentümer wurde im vergangenen Jahr bis Ende August 2026 verlängert. Das hätte allerdings bedeutet, dass bereits Ende Januar die ersten Kündigungen gedroht hätten – wegen der Kündigungsfristen von bis zu sieben Monaten bei langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter den rund 350 Beschäftigten.
Das scheint zunächst abgewendet worden zu sein: Die Commerz Real habe die Bereitschaft geäußert, die Nutzungsvereinbarung mit der Galeria am Alexanderplatz über das Jahr 2026 hinaus zu verlängern, heißt es in der Mitteilung weiter.
Alle Beteiligten hätten sich darauf verständigt, weiter zu verhandeln und an der Suche nach einer einvernehmlichen, finanzierbaren Lösung zu arbeiten. «Es wurde ein klares Bekenntnis beider Seiten zugesagt, die Verhandlungen bis zum Sommer 2026 abzuschließen.»
Mischnutzung bevorzugt
Commerz Real wünscht sich einen Einzug der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) in das Gebäude und strebt eine Mischnutzung an, bei der Galeria ein Bestandteil bleibt. Knackpunkt ist vor allem die Höhe der Miete für die ZLB. Ob eine Einigung zustande kommt, muss sich bei den weiteren Gesprächen zeigen.
Für die dringend sanierungsbedürftige Zentral- und Landesbibliothek, die bisher an zwei Standorten am Blücherplatz und in der Breiten Straße untergebracht ist, wird seit Jahren ein neuer Standort gesucht. Neben dem Warenhaus am Alexanderplatz wurde zwischenzeitlich auch über einen Einzug in das ehemalige Lafayette-Gebäude an der Friedrichstraße diskutiert. Ex-Kultursenator Joe Chialo (CDU) hatte sich dafür starkgemacht. Auch diese Idee scheiterte nicht zuletzt aus Kostengründen.