
Potsdam (dpa/bb) – Zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht 1938 sollen in Potsdam-Babelsberg am Montag die Stolpersteine geputzt werden. Die Aktion wird von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes organisiert und auch externe Besucher können mithelfen. Putzlappen und Reinigungsmittel werden bereitgestellt.
«Damit soll an 39 Menschen in Babelsberg erinnert werden, die von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden», hieß es in einer Mitteilung des Kulturministeriums. Anlass ist der 88. Jahrestag der Novemberpogrome im Jahr 1938. Auch Kulturministerin Manja Schüle (SPD) kündigte ihr Kommen an.
In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten die Nazis deutschlandweit Synagogen nieder, misshandelten Jüdinnen und Juden, verwüsteten ihre Wohnungen und Geschäfte.
An der Gewaltwelle beteiligten sich nicht nur organisierte Nazi-Trupps, sondern auch viele sogenannte normale Bürger. Mehr als 1.300 Menschen verloren ihr Leben, 30.000 Menschen wurden in Konzentrationslager verschleppt. Die Pogromnacht war der Auftakt für die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus. Auch die ehemalige Synagoge in Potsdam wurde während der Reichspogromnacht 1938 verwüstet.