
Berlin (dpa/bb) – Die nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung und dem damit verbundenen Datendiebstahl eingerichtete Anlaufstelle wird intensiv genutzt. Nach Angaben der Senatskanzlei haben sich bereits mehrere hundert besorgte Berlinerinnen und Berliner gemeldet. Sie können sich per E-Mail an eine zentrale Adresse wenden oder an die Verkehrs- und an die Bauverwaltung. «In der Senatskanzlei sind über die Anlaufstelle bislang unter 100 Anfragen eingegangen», teilte eine Senatssprecherin auf dpa-Anfrage mit.
Die Verkehrsverwaltung habe es eine mittlere dreistellige Zahl an Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhalten. Bei der Senatsbauverwaltung waren es den Angaben zufolge rund 180 Anfragen. Über das Portal www.berlin.de/cyberangriff mit Informationen zu dem Thema seien nochmals knapp 50 Anfragen eingegangen.
Der tagelange Hackerangriff auf Teile des Datennetzes der Berliner Verwaltung war am 14. August bekanntgeworden. Betroffen waren insbesondere die beiden Senatsverwaltungen für Verkehr und Umwelt sowie die für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Hacker-Gruppe Rhysida erpresste das Land und forderte 30 Bitcoins, umgerechnet rund zwei Millionen Euro.
Cyberkriminelle sind auch an vertrauliche Daten gekommen
Der Senat zahlte nicht, die Cyberkriminellen veröffentlichten daraufhin mindestens 1,2 Millionen Datensätze nach Ablauf ihres Ultimatums im Darknet, einem nicht ohne Weiteres zugänglichen Teil des Internets. Darunter waren auch personenbezogene und vertrauliche Daten, die von anderen Kriminellen genutzt werden könnten.
Alle Anfragen zu den gestohlenen Daten und den damit möglicherweise verbundenen Gefahren werden der Senatssprecherin zufolge systematisch erfasst und beantwortet. Die Anliegen reichen von allgemeinen Fragen bis hin zu konkreten zum Cyberangriff und einer persönlichen Betroffenheit. «Da der Auswertungsprozess noch läuft, wird die Beantwortung noch einige Zeit in Anspruch nehmen.»
Die zentrale Adresse für E-Mails lautet cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de. Bürger mit einem spezifischen Anliegen im Zusammenhang mit der Verkehrs- oder der Bauverwaltung können sich an diese E-Mail-Adressen wenden: datenschutzvorfall@senmvku.berlin.de und datenschutzvorfall@senstadt.berlin.de. Auf dem Informationsportal finden sich unter anderem Verhaltenshinweise sowie Fragen und Antworten (FAQ).
