Die Initiative «Gen Z regelt» rief zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin auf.
Die Initiative «Gen Z regelt» rief zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin auf. Foto: Carsten Koall/dpa

Berlin (dpa/bb) – Tausende Menschen beteiligen sich in Berlin am Brandenburger Tor an den bundesweiten Jugendprotesten der Initiative «Gen Z regelt». Die Polizei sprach zunächst von einem friedlichen Verlauf. Nach ihren Angaben kamen etwa rund 5.000 Menschen zu der Kundgebung, die Veranstalter sprachen von 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – so viele waren auch im Vorfeld erwartet worden.

Viele Menschen trugen selbstgemachte Schilder oder Plakate mit sich. Darauf war unter anderem zu lesen: «Wir haben genug und haben nichts davon», «Wir wollen eine lebenswerte Zukunft» oder «Was macht ihr mit unserer Zukunft» und «System update erforderlich». Auf einem großen Banner war auch zu lesen: «Merz muss weg». 


Die Gruppierung «Gen Z regelt» fordert unter anderem mehr Geld für Schulen, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung. An dem Protest in Berlin beteiligten sich vor allem ältere Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende und Studierende. Aber auch die ältere Generation war vertreten, ebenso Mitglieder linker und kommunistischer Parteien. 

Es gibt Befürchtungen, dass die Jugendproteste von radikalen Kräften unterwandert werden könnten. Die Organisatoren von «Gen Z regelt» riefen zum Auftakt der Kundgebung am Brandenburger Tor erneut ausdrücklich zu friedlichem Protest auf und lehnen jede Form von Gewalt ab. 

Am späten Nachmittag soll es in Berlin-Mitte noch einen Protestzug geben mit dem Titel «Gen Z hat genug!». Der Veranstalter ist laut Polizei dem linken Spektrum zuzuordnen, auch Teilnehmer der propalästinensischen Szene werden erwartet. Die Polizei ist den ganzen Tag über nach eigenen Angaben mit rund 1.500 Polizistinnen und Polizisten zusätzlich in der Stadt unterwegs.