Schloss Ludwigslust ist das Herz einer barocken Anlage, die jährlich Zehntausende Besucher anzieht. (Archivbild)
Schloss Ludwigslust ist das Herz einer barocken Anlage, die jährlich Zehntausende Besucher anzieht. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa

Ludwigslust (dpa) – Im Ludwigsluster Schloss lebte einst eine Tochter der preußischen Königin Luise, tanzte eine russische Großfürstin, stieg der deutsche Kaiser für herbstliche Jagden ab. Das Schloss, heute unweit der Autobahn A24 Hamburg-Berlin und an der ICE-Strecke Hamburg-Berlin gelegen, war jahrelang in großen Teilen eine Baustelle. Nur der Ostflügel konnte besichtigt werden. Nach umfangreicher Sanierung und Neugestaltung öffnen am Samstag (30. Mai) der Goldene Saal im Mitteltrakt und der Westflügel wieder. 

«Damit wird nun erstmals das gesamte Schloss in einem Rundgang museal erfahrbar», sagt die Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern (SSGK), Pirko Kristin Zinnow. 


Millionen-Projekt

Der Westflügel von Schloss Ludwigslust war seit Frühjahr 2016 für die umfassende Neugestaltung und Restaurierung geschlossen. Der Goldene Saal konnte noch bis Herbst 2022 für Schlosskonzerte genutzt werden – dann übernahmen auch dort die Bauleute und Restauratoren die Regie.

Die Arbeiten waren ein Millionen-Unterfangen. In die Restaurierung des Westflügels und der historischen Räume wurden den Angaben zufolge 18,3 Millionen Euro investiert. Für das Gestalten der neuen Dauerausstellung hat die SSGK noch einmal rund 1,6 Millionen Euro aufgewandt. Auf drei Etagen mit 25 Räumen entstand eine neue Schau zur höfischen Welt des 18. und 19. Jahrhunderts.

Was zeigt die Dauerausstellung?

Zu sehen gibt es etwa die Wohnung der preußischen Prinzessin Alexandrine, die 1822 den Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin heiratete und nach Ludwigslust zog. Sie war eine Tochter von Königin Luise. Entsprechend große Mühe floss in das Ausgestalten ihres Appartements.

Alexandrines Schlafzimmer zählt zu den Höhepunkten. «Kostbare Stoffe, originale Ausstattungsstücke und feinste Restaurierungskunst lassen höfischen Glanz unmittelbar spürbar werden», heißt es von der SSGK. «Besucherinnen und Besucher tauchen hier unmittelbar in die private Wohnwelt der preußischen Prinzessin ein.» 

Als weiteres Highlight gilt das goldene Kaffee- und Teeservice der russischen Zarentochter Helena Paulowna, die 1799 – als 14-Jährige – Erbprinz Friedrich Ludwig zu Mecklenburg heiratete und dann nach Ludwigslust zog. Nur wenige Jahre später starb sie dort; einige Monate nach der Geburt ihrer Tochter.

Über das goldene Service sagte eine Sprecherin der SSGK: «Das kostbare Ensemble zählt zu den bedeutendsten Objekten der neuen Ausstellung und erzählt von den engen europäischen Verbindungen des mecklenburgischen Hofes». Das Geschirr gehörte zum Brautschatz der Großfürstin.