Sieben Menschen wurden für ihre Zivilcourage geehrt.
Sieben Menschen wurden für ihre Zivilcourage geehrt. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin (dpa) – Der Preis der Sendung «Aktenzeichen XY…Ungelöst» für engagierten Einsatz gegen Verbrechen geht in diesem Jahr nach Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Verliehen wurde der «XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen» am Montagabend im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin. Er ehrt Menschen mit Zivilcourage, die sich im Kampf gegen Kriminalität für ihre Mitmenschen eingesetzt haben. 

Zwei junge Menschen hören Hilferufe und greifen ein

Im ersten Fall verhinderten in Augsburg (Bayern) zwei junge Menschen eine Vergewaltigung: Michelle hörte nachts laute, anhaltende Hilfeschreie einer Frau und alarmierte ihren Mitbewohner. Beide liefen auf die Straße und sahen, wie ein Mann eine Frau attackiert. 


Michelle betreute das schockierte und weinende Opfer und rief einen Krankenwagen. Ihr Mitbewohner Marco folgte dem Täter und telefonierte gleichzeitig mit der Polizei. Der 33-jährige Mann wurde festgenommen und später zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. 

Messerangriff vereitelt

Ein Ehepaar stoppte mit Unterstützung eines Nachbarn in Hodenhagen in Niedersachsen einen Messerangriff am Bahnhof. Sie kamen einer 19-Jährigen zu Hilfe, die von einem Mann mit schwerer psychischer Erkrankung mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde. Der Ehemann beschimpfte den Täter lautstark und versuchte, ihn abzulenken. Der Täter stieß jedoch sein Opfer auf die Bahngleise und versperrte den Helfern den Weg. 

Um die junge Frau zu retten, alarmierten die Helfer die Polizei. Mit einer Eisenstange bewaffnet griff der Nachbar des Ehepaars ein und trieb den Angreifer zurück. So konnten mehrere Menschen gemeinsam die verletzte Frau aus dem Gleisbett retten und Erste Hilfe leisten. Das Opfer wurde mit einer Notoperation vor dem Tod gerettet. Der Täter wurde nach einem Prozess in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. 

Internationales Notrufzeichen «Signal for Help» 

Zwei junge Freundinnen in Trier (Rheinland-Pfalz) erkannten das «Signal for Help» und halfen einer Jugendlichen. Sie bemerkten am Hauptbahnhof, dass eine 14-Jährige von einem Mann bedrängt wurde. Die Situation kam ihnen merkwürdig vor. Als der Mann die Jugendliche wegführte, bemerkten die beiden Freundinnen, wie sie das internationale Hand-Zeichen für «Hilfe» zeigte. 

Sie griffen ein und sprachen den Mann an, dass sie nun die Polizei rufen werden. Der Mann flüchtete. Eine Freundin kümmerte sich um das Opfer, die andere lief schnell dem Mann hinterher und verständigte die Polizei, der sie eine Personenbeschreibung durchgab. Der Mann wurde kurz darauf gefasst – und zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. 

Das «Signal for Help» funktioniert so: eine Hand mit der flachen Handfläche nach außen halten, dann den Daumen in Richtung Handfläche abklappen und die vier anderen Finger über den Daumen legen.