Die Grünen-Spitzenkandidatin aus Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, ist für den Wahlkampfabschluss der Berliner Grünen in der Hauptstadt.
Die Grünen-Spitzenkandidatin aus Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, ist für den Wahlkampfabschluss der Berliner Grünen in der Hauptstadt. Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin (dpa) – Die Grünen-Spitzenkandidatin aus Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, hat zwei Wochen nach dem AfD-Wahlsieg vor einem scharfen Rechtsruck in ihrem Bundesland gewarnt. Schon jetzt sei der erste Dammbruch in Sicht, sagte sie bei einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin.

«Was jetzt schon so gut wie sicher ist, ist, dass es erstmals seit Hermann Göring wieder einen faschistischen Landtagspräsidenten geben wird. Der wird am 6. Oktober gewählt werden. Das BSW hat das schon zugesichert, dass sie das gemeinsam mit der AfD machen. Damit steht die Mehrheit.» Der Nationalsozialist Göring war unter Adolf Hitler unter anderem Reichsluftfahrtminister. Ab 1932 war er Reichstagspräsident.


Sziborra-Seidlitz sagt, noch wisse man nicht, ob es in Sachsen-Anhalt auch «eine faschistische Regierung» geben werde. «Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering.» Mit Blick auf ihre Partei betonte sie: «Ich verspreche aber, wir werden bis zum letzten Tag alles Mögliche versuchen, um das zu verhindern. Es gibt noch so zwei, drei Mini-Chancen.»

Die AfD war bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft geworden, hatte aber eine eigene Mehrheit verpasst.