Die Polizei war in einem ehemaligen Hostel in Berlin-Friedrichshain im Großeinsatz. (Archivbild)
Die Polizei war in einem ehemaligen Hostel in Berlin-Friedrichshain im Großeinsatz. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Berlin (dpa) – Wegen des Verdachts von Gewalt gegen Bauarbeiter und Sicherheitsleute war die Polizei mit einem Großaufgebot in einem Haus in Berlin-Friedrichshain im Einsatz. Sechs Personen seien überprüft und zur erkennungsdienstlichen Behandlung in Gewahrsam gebracht worden, teilte die Polizei mit. 

Die Einsatzkräfte hätten auch Schlagwerkzeuge, Schreckschusswaffen und Flaschen mit Urin, die mit Pyrotechnik versehen waren, beschlagnahmt. Rund 200 Beamte waren den Angaben zufolge vor Ort.


Zwei Bauarbeiter waren am Mittwoch mit Urin übergossen und laut Polizei bei Angriffen verletzt worden. Ein Mann wurde von einer Glasflasche am Kopf getroffen, der andere erlitt Schnittverletzungen im Gesicht durch berstende Glassplitter. Der Geschäftsführer der Baufirma, zwei Mitarbeiter sowie Beschäftigte eines Sicherheitsdienstes hatten demnach gesagt, sie seien im Verlauf der Arbeiten mehrfach körperlich angegriffen worden. Das ehemalige Hostel steht laut Polizei leer und wird derzeit besetzt.

Vermummte zeigen Solidarität mit der Aktion

Während des Polizeieinsatzes hatten sich Teilnehmer einer Mahnwache in der Nähe mit den Personen im Gebäude solidarisiert. Zeitweise seien rund 70 Menschen vor Ort gewesen. Ein Teil der Anwesenden habe sich vermummt. Die Polizei ordnete einen vorübergehenden Baustopp an, um weitere Eskalationen zu verhindern. Das Gebiet um das Haus wurde abgesperrt. 

Rettungskräfte versorgten beide Verletzten. Die Ermittlungen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung übernahm der Staatsschutz des Landeskriminalamts.

Die Grundlage für den Einsatz am Donnerstag war nach Angaben der Polizei ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Tiergarten. Es gehe nicht um eine polizeiliche Räumung. «Wir werden die Identität aller Personen hier in diesem Haus feststellen», sagte Polizeisprecher Florian Nath zu Beginn des Einsatzes. «Zu diesem Zweck werden alle Personen hier aus dem Haus herausgeführt.»