Ein Berliner Polizeibeamter ist des Diebstahls mit Waffen schuldig gesprochen worden. (Symbolbild)
Ein Berliner Polizeibeamter ist des Diebstahls mit Waffen schuldig gesprochen worden. (Symbolbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa/bb) – Ein Polizeibeamter ist nach einem Überfall bei einem privaten Autogeschäft zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 42-Jährigen des Diebstahls mit Waffen schuldig. Zudem wurde die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 41.000 Euro angeordnet.

Der Polizist, der seit rund fünf Jahren wegen anderer Ermittlungsverfahren vom Dienst suspendiert ist, hatte bei der Tat im Januar dieses Jahres auf einem Supermarkt-Parkplatz in Berlin-Reinickendorf laut Anklage eine Weste der Berliner Polizei getragen sowie Handfesseln am Gürtel und eine Softair-Pistole im Holster. Er und ein bislang unbekannter Mittäter seien als Polizisten aufgetreten und hätten insgesamt 71.000 Euro an sich genommen.


Polizist legte Geständnis ab

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn die Vorwürfe weitgehend gestanden. «Eine Person hatte mich überredet», so der 42-Jährige. Er habe sich als «im Dienst stehender Polizist ausgegeben, um Geld zu stehlen». Ihm sei gesagt worden, es gehe um einen Trickdiebstahl. Eine Waffe habe er nicht gezogen. Nähere Angaben zu dem mutmaßlichen Mittäter machte er nicht.

Bei dem Geschehen hatten sich ein Autohändler, der mit zwei Begleitern erschienen war, und ein Mann getroffen, der einen italienischen Sportwagen im Internet zum Kauf angeboten hatte. Ein Preis von 189.000 Euro sei vereinbart worden. 68.000 Euro sollten laut Anklage in bar angezahlt werden.

Während das Geld im Auto des Käufers gezählt werden sollte, kamen laut Anklage der 42-Jährige und der Mittäter auf den Wagen zu. Das Geld müsse wegen Verdachts auf dubiose Geschäfte beschlagnahmt werden, habe der suspendierte Beamte erklärt.

Festnahme kurz nach der Tat

Der 42-Jährige sagte im Prozess, sein Mittäter habe das Geld genommen und zudem 3.000 Euro eingesteckt, die in einem Transporter der beiden Begleiter des Käufers gewesen seien. Als der Käufer eine Quittung verlangte, seien er und der Mittäter in ihr Auto gestiegen. Nach kurzer Verfolgungsjagd seien sie in einer Sackgasse gelandet – «mein Mittäter fuhr einem der Männer über den Fuß, griff sich dann das Geld und rannte weg».

Der suspendierte Beamte wurde kurz nach der Tat festgenommen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Strafe von fünfeinhalb Jahren Haft wegen Diebstahls mit Waffen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Der Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.