Michael Rätsch (r) ist heiß auf den WM-Titel. (Archivbild)
Michael Rätsch (r) ist heiß auf den WM-Titel. (Archivbild) Foto: Günter Christmann/dpa

Berlin (dpa) – Mit dem WM-Titel als Ziel reist die deutsche Ü80-Nationalmannschaft zur achten Ausgabe der 70 Plus Fußball-Weltmeisterschaft nach Australien. Bei dem Turnier in den drei Altersklassen Ü70, Ü75 und Ü80 tritt die Ü75 als Titelverteidiger an. Die Ü80 will im Stadion von Redlands United FC in Cleveland – rund 40 Autominuten von Brisbane entfernt – in diesem Jahr den Siegerpokal in die Höhe stemmen. 

Mit insgesamt fünf Berlinern stellt die Hauptstadt das Gerippe der ältesten Nationalmannschaft, die Aktiven dürfen sich Nationalspieler nennen. Acht Spieler befinden sich pro Mannschaft auf dem Kleinfeld, vom 12. bis zum 16. Oktober sind dann Spiele gegen Japan, Australien, England und den USA angesetzt. Vier Spiele dürfen dabei unter 80 Jahren sein, der Torhüter sogar 77. 


«Ich fahre nicht umsonst hin», sagt Michael Rätsch von Hertha BSC, mit noch nicht ganz 80 Jahren der Nachwuchsspieler im Team. «Unser Dressmann», urteilt Günter Christmann aus dem niedersächsischen Rastede, der seit 2022 die Organisation für deutsche Mannschaften leitet, über den drahtigen Berliner, der immer noch durch die Wälder joggt. Die Athletik liegt dem ehemaligen Polizeibeamten in den Genen. «Meine Mutter konnte noch mit 80 Jahren einen Spagat machen», sagt Rätsch.

Aktive Japaner als ärgster Konkurrent

«Englischer Fußball ist hart, das nehmen die mit bis ins Alter. Die Australier spielen Rugby und haben auch eine gewisse Härte», sagt Rätsch über die Konkurrenz. Als stärksten Konkurrenten sieht Christmann die Japaner an. «Die Japaner sind auch noch im hohen Alter sportlich aktiv, sind sehr wuselig und lauffreudig», sagt Christmann, der im vergangenen Jahr den Titel mit den Ü75-Fußballern gewonnen hatte.

Bei einem Abschlusstrainingslager im münsterländischen Velen Mitte September haben die Senioren im Testspiel viel Lob erhalten und sehen sich für die Aufgaben gewappnet. Neben den Spielen nimmt die soziale Komponente zwischen den einzelnen Mannschaften einen ebenso hohen Stellenwert ein. 

Mit einer großen Feier endet das Turnier abseits des Rasens in familiärer Atmosphäre. Christmann hat auf diesem Weg zu jeder Nation seine Verbindungen auf- und ausgebaut: «Wir haben in den vergangenen Jahren jedes Jahr auch eine Nation zu Gast in Deutschland gehabt und Länderspiele ausgetragen.»