Der Angeklagte soll die Frauen über Online-Dating-Plattformen kennengelernt haben (Symbolbild)
Der Angeklagte soll die Frauen über Online-Dating-Plattformen kennengelernt haben (Symbolbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa) – Ein Prozess um eine Serie von Vergewaltigungen betäubter Frauen steht vor dem Abschluss. Das Landgericht Berlin will nach derzeitiger Planung am Mittwoch eine Entscheidung verkünden. Zuvor sollen an dem inzwischen 15. Verhandlungstag die beiden Verteidiger plädieren. Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von 13 Jahren sowie anschließende Sicherungsverwahrung für den Angeklagten gefordert.

Dem 69-Jährigen werden Übergriffe auf 14 Frauen zur Last gelegt. 22 Taten in der Zeit von 2016 bis 2022 sind angeklagt. Der gelernte Elektriker soll die Frauen im Alter von damals 50 bis 60 Jahren aus Berlin und Brandenburg über Online-Dating-Plattformen kennengelernt haben. Teils gab er sich als Polizeikommissar aus, teils als Bundeswehrpilot. Mit sedierenden Substanzen in Kombination mit Alkohol soll er die Frauen dann bewusstlos gemacht, vergewaltigt und dabei gefilmt haben.


Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Filmaufnahmen. Die Opfer erfuhren erst im Zuge der Ermittlungen aufgrund von Videos, was ihnen widerfahren ist. Der 69-Jährige, der seit März in Untersuchungshaft sitzt, hatte zu Prozessbeginn gestanden. Gegen ihn wird in weiteren Fällen ermittelt. Es soll insgesamt bis zu 59 betroffene Frauen geben.